Datenschutz bei Online-Kursen Studenten lernen viel über ihr Thema, die Anbieter lernen viel über die Studenten

Wenn das Lernen digitalisiert wird, bedeutet das auch, dass viele Daten entstehen. Nicht nur die Online-Studenten lernen. Sondern auch Unternehmen wie Coursera, die die Inhalte professionell abrufbar ins Netz stellen und die Studenten betreuen. Sie lernen viel über ihre Nutzer: Wer lernt was? Wer lernt wie viel? Wer lernt schnell, wer langsam? Was sind die Fähigkeiten einzelner Studenten? Wo versagt jemand komplett?

Diese Daten sind intim, aber für Anbieter wie Coursera interessant. Coursera verdient einerseits Geld mit den Studenten, die für ihre Teilnahme an den Kursen bezahlen. Andererseits lassen sich auch die Daten der Studenten verkaufen, zum Beispiel an Arbeitgeber, die wissen möchten, wie sich ein Bewerber im Studium geschlagen hat.

"Die Daten können genutzt werden - für alle möglichen Zwecke"

Marit Hansen, Landesbeauftragte für Datenschutz in Schleswig-Holstein, hat sich die Coursera-Datenschutzregeln auf der Webseite des Unternehmens genau angeschaut. Sie sagt: "Die Daten lassen sich eben doch weiterverwenden, nach amerikanischem Recht." Das sehe vor, "dass Daten, die vorhanden sind, genutzt werden können - für alle möglichen Zwecke."

In Verträgen von Coursera steht auch explizit: Mit dem Einverständnis der Nutzer werde Coursera "Arbeitgebern oder Personalvermittlern erlauben, Nutzerdaten abzufragen." In seinen Datenschutzvorschriften beruft sich Coursera auch auf das Safe-Harbour-Abkommen zum Datenaustausch zwischen den USA und der EU. Das ist seit Oktober aber nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ungültig.

Die Unis bekommen nur statistische und anonymisierte Daten

Die Universitäten sehen sich bei diesem Thema gerne außen vor. Ihr Argument ist, dass die Online-Studenten nicht unbedingt Studenten der Universitäten seien. Tatsächlich melden sich die Nutzer direkt bei Coursera für Onlinekurse an. Trotzdem sind die Universitäten wichtig: Die LMU prüft derzeit, ob es unter rechtlichen Aspekten in Ordnung wäre, auch Kurse mit Registrierungspflicht einzuführen. Dann könnten die Online-Studenten in Zukunft einen Abschluss der LMU erhalten. An der TUM wiederum gab es bereits Online-Studenten, die nach dem Onlinekurs vor Ort in München die Prüfung zum Seminar absolviert haben.