Zum CSU-Parteitag Mahnwache der Startbahn-Gegner

Mit einer Mahnwache vor der Halle des CSU-Parteitags wollen am kommenden Freitag die Gegner der geplanten dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen noch einmal den Druck erhöhen. Geplant ist eine zweieinhalbstündige Aktion vor dem Messegelände in München-Riem, erklärte Hartmut Binner, Sprecher des Anti-Startbahn-Bündnisses "Aufgemuckt". Die Gegner würden sich so platzieren, dass "alle an uns vorbeimüssen". Aus Sicht Binners reagieren die Startbahn-Befürworter aktuell "wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, wenn der Fuchs rein fährt". Richard Mergner vom Bund Naturschutz (BN) fühlt sich bei der Diskussion an andere Großprojekte wie den Transrapid oder den Donauausbau erinnert, die beide von der Staatsregierung irgendwann beerdigt wurden. "Ich bin guten Mutes, dass es diesem Projekt ähnlich ergeht."

Als "untauglichen Versuch, die Startbahn durch die Hintertüre einzuführen", wertet der Abgeordnete Christian Magerl (Grüne) einen entsprechenden Vorstoß des ehemaligen Verkehrsministers Otto Wiesheu (CSU). Der hatte in einem Gespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer angeblich vorgeschlagen, die dritte Piste zunächst nur als "Reserve" zu Spitzenzeiten in Betrieb zu nehmen; an Wochenenden oder abends soll sie nicht genutzt werden. Wiesheu erklärte am Freitag, es gebe "keinen wie auch immer gearteten ,Wiesheu-Plan'". Er habe mit Seehofer lediglich besprochen, wie nach einem Bau der Startbahn die Auswirkungen auf das Umland abgemildert werden könnten. Zudem habe niemand bei ihm nachgefragt, was er genau vorgeschlagen habe. "Bei der oft beschworenen ,demokratischen Diskussionskultur'", erklärte Wiesheu abschließend, "würde man sich etwas anderes erwarten."