Verkehrsunfälle Weniger Tote und Verletzte auf Bayerns Straßen

Mit Blitzern versucht die Polizei, die Raserei einzudämmen

(Foto: dpa)

Mindestens ein Mensch stirbt täglich auf Bayerns Straßen. Allerdings gab es im ersten Quartal 2013 deutlich weniger schwere Unfälle. Haupttodesursache bleibt die Raserei - und gegen die will die Polizei nun verstärkt vorgehen.

Bei Verkehrsunfällen in Bayern sind im ersten Quartal 2013 deutlich weniger Menschen verletzt oder getötet worden. Nach vorläufigen Zahlen der Polizei kamen von Januar bis März insgesamt 106 Menschen ums Leben - das waren 15 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Verletzten sank auf 12.417 (minus 12 Prozent), wie das Statistische Landesamt mitteilte.

"Der deutliche Rückgang der Verkehrstoten und verunglückten Personen auf Bayerns Straßen im ersten Quartal 2013 zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Allerdings gebe ich mich mit dieser positiven Entwicklung noch nicht zufrieden. Jeder Verkehrstote und jeder Verunglückte ist einer zu viel."

Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2020 "Bayern mobil - Sicher ans Ziel" wolle das Innenministerium die Zahl der Verkehrstoten und Verunglückten weiter reduzieren. "In diesem Jahr werden wir verstärkt die Geschwindigkeit überwachen."

Insgesamt wurden von Januar bis März dieses Jahres 85.699 Verkehrsunfälle registriert (plus 1,3 Prozent). Die meisten waren Bagatellunfälle, bei denen keine Menschen zu Schaden kamen, kein schwerwiegender Sachschaden entstand und auch kein Beteiligter unter Einfluss von Alkohol oder Drogen stand.

Trotz des Rückgangs der Verkehrsopfer bedeuten die neuen Quartalszahlen aber auch, dass im Durchschnitt auf Bayerns Straßen täglich mindestens ein Mensch stirbt und täglich knapp 140 Menschen verletzt werden.

Die Polizei setzt unterdessen ihren Kampf für mehr Verkehrssicherheit fort. Unter dem Motto "Könner fahren korrekt" kündigte das Polizeipräsidium in Nürnberg für die kommende Woche verstärkte Tempokontrollen auf den Landstraßen in Mittelfranken an. Denn zu schnelles Fahren sei Hauptursache für Verkehrsunfälle mit Toten oder Schwerverletzten, erklärte eine Polizeisprecherin.

Haupttodesursache bleibt Raserei

Nach der Unfallstatistik 2012 des Polizeipräsidiums in Nürnberg war im vergangenen Jahr auch in Mittelfranken ein Anstieg der Unfälle wegen Raserei zu verzeichnen - um 12,5 Prozent auf 3044 Fälle. Dabei starben 25 Menschen (plus 39 Prozent), die meisten außerorts. "Ziel ist es nun, das allgemeine Geschwindigkeitsniveau zu reduzieren. Vor allem auf Landstraßen und Straßenabschnitten, die zum Rasen verleiten", so die Sprecherin.

Im vergangenen Jahr starben in Bayern 662 Menschen bei Verkehrsunfällen - 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Das war zugleich der niedrigste Stand seit Beginn der Unfallaufzeichnungen im Jahr 1954. Unfallursache Nummer Eins war weiterhin Raserei - sie kostete im vergangenen Jahr 215 Menschen das Leben.