Schweinfurt Asylbewerber greifen Polizisten mit Steinen und Fahrrädern an

Eine Routinekontrolle in einer Schweinfurter Flüchtlingsunterkunft eskaliert: Bis zu 40 Personen gehen die Beamten an, sogar Kinder sind darunter.

Von Katja Auer

Eigentlich wollten die Streifenbeamten nur ein paar vermutlich gestohlene Fahrradteile überprüfen, als sie am Montag in der Aufnahmeeinrichtung in Schweinfurt von Bewohnern mit Fahrrädern, Steinen und anderen Gegenständen angegriffen wurden. Bis zu 40 Personen gingen die Polizisten an, sogar Kinder waren darunter.

Eine 13-Jährige biss einen Beamten und verletzte einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit einem Messer, wie die Polizei mitteilte. Ein Elfjähriger warf mit Steinen. Bis zu 20 Streifenwagen waren im Einsatz. Acht Beamte erlitten Bisswunden und Prellungen.

Die Polizisten nahmen mehrere Menschen vorläufig fest; sie sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Eine 18-Jährige und ein 15-Jähriger kamen wegen psychischer Auffälligkeiten in ein Bezirkskrankenhaus und eine Jugendpsychiatrie.

In der ehemaligen Kaserne leben zurzeit 730 Menschen. Die Vorfälle häufen sich in jüngster Zeit, in den vergangenen zehn Tagen habe es vier ähnliche Einsätze gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Derzeit werde mit der Regierung von Unterfranken überlegt, manche Asylbewerber anderswo unterzubringen.

Wenn zehn Nationen in Containern zusammenleben

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