Schneechaos in Bayern Flüge annulliert: Passagiere sitzen fest

Schnee, Schnee, überall liegt Schnee: Der Winter hat Bayern fest im Griff - sehr zum Ärger der Pendler. Probleme gab es auch am Münchner Flughafen, wo mehr als 100 Flüge annulliert wurden. Schwerpunkt des Schneetreibens ist jedoch Niederbayern.

Starke Schneefälle haben am Mittwoch den Verkehr in Bayern teilweise extrem behindert. Eisglätte führte zu zahllosen Unfällen. Auch Züge und S-Bahnen kamen nicht wie gewohnt voran.

Auf dem Münchner Flughafen wurden bis zum Vormittag 117 Starts und Landungen gestrichen. Von den Annullierungen seien tausende Passagiere betroffen, sagte ein Sprecher. Die Pisten schneiten immer wieder zu und mussten geräumt und die Maschinen enteist werden. Fluggäste sollten sich vor der Fahrt zum Airport in jedem Fall mit ihrer Airline in Verbindung setzen oder im Internet nachsehen, ob ihr Flug tatsächlich stattfindet, riet der Sprecher. In Nürnberg lief der Flugverkehr einer Sprecherin zufolge problemlos ab.

Besonders angespannt war die Lage in Niederbayern, am Alpenrand und im Allgäu. Streckenweise gab es meterhohe Schneeverwehungen, einige Straßen waren nicht mehr befahrbar - vor allem in Höhenlagen. Allein in Niederbayern zählte die Polizei am Morgen rund 70 Unfälle, zum Teil mit Leichtverletzten.

In Moosthenning im Landkreis Dingolfing-Landau landete ein Schulbus mit 20 Kindern im Straßengraben - verletzt wurde niemand. Auf vielen Straßen staute sich der Verkehr wegen Schnees und Schneeverwehungen. Zeitweise zwang das Schneechaos die Autofahrer zum Anhalten. Mit Einsetzen des Berufsverkehrs häuften sich auch in Schwaben die Unfälle. Die Polizei registrierte bis zum Vormittag 56 Kollisionen.

Probleme gab es auch hier insbesondere an Steigungen wegen liegengebliebener Lastwagen und Schneeverwehungen. Schneekettenpflicht herrschte auf der Bundesstraße 19 Oberstdorf Richtung Kleinwalsertal. Glimpflich ging ein Unfall mit einem Schulbus bei Osterzell aus, der gegen einen Telefonmasten rutschte. Keiner der 20 Schüler in dem Bus wurde verletzt.

Bei einem Schulbusunfall nahe Krummennaab (Landkreis Tirschenreuth) wurden dagegen am Mittwoch drei Kinder leicht verletzt. Der Bus sei auf der Bundesstraße 22 in einer Linkskurve ins Rutschen geraten, eine Böschung hinabgefahren und auf einem angrenzenden Feld zum Stehen gekommen, sagte ein Polizeisprecher in Regensburg. Die Verletzten seien vorsorglich ins Krankenhaus gekommen. In dem Bus saßen mehr als 20 Kinder. Unfallursache war vermutlich Schneeglätte.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es unterdessen für die Binnenschiffer. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schickte das Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt seine beiden Eisbrecher auf Probefahrt. Die Schiffe sollten zwischen Volkach (Landkreis Kitzingen) und Bamberg versuchsweise die dicke Eisdecke aufbrechen, sagte Sachgebietsleiter Helko Fröhner. Er gehe davon aus, dass die wartenden Schiffe möglicherweise schon zum Wochenende hin in der entstandenen Rinne wieder fahren könnten.

Wegen des Eises auf dem Main mussten mehr als 30 Schiffe auf den fast 400 schiffbaren Main-Kilometern zwischen Bamberg und Aschaffenburg eine Zwangspause einlegen.

Die etwas milderen Temperaturen bringen unterdessen auch Wasserschäden an den Tag. In München rückten am Dienstag und Mittwoch die Helfer im 30-Minuten-Takt aus, um Leitungen abzudrehen und Wasser abzupumpen. "Durch den massiven Frost der letzten Wochen wurden viele Wasserrohre beschädigt, da das Wasser zu Eis wurde und sich ausdehnte. Jetzt ist das Wetter wieder milder, das Eis schmilzt und leckt durch die kaputten Leitungen", sagte ein Sprecher.

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