Riedberger Horn Naturschützer fordern Gespräch mit Seehofer

Die Naturschutzverbände fordern ein Spitzengespräch mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) über die Zukunft des Riedberger Horns. "Es geht nicht an, dass Seehofer nur mit den Befürwortern der Skischaukel spricht", sagt der Präsident der Alpenschutzkommission Cipra, Erwin Rothgang. "Wir verlangen, dass er auch mit uns ein Gespräch über all die Punkte führt, die gegen das Projekt sprechen." Zugleich äußerten sich die Cipra und ihre Mitglieder - unter ihnen der Deutsche Alpenverein, der Bund Naturschutz und der Vogelschutzbund LBV - enttäuscht, dass Seehofer nicht von sich aus das Gespräch mit ihnen gesucht habe.

Der Ministerpräsident war am Freitag überraschend ins Oberallgäu gereist und hatte sich am Riedberger Horn mit den Kommunalpolitikern und dem Liftbetreiber getroffen, die dort unbedingt eine neue Gondelbahn und eine Skipiste errichten wollen. Der Streit um das Projekt entzweit die Umweltverbände und die Region seit Jahren. Für die Naturschützer sind die Pläne der Präzedenzfall, wie es die Staatsregierung mit dem Naturschutz in den Bergen hält. Seehofer war ohne Begleitung unterwegs, er nahm nicht einmal Mitarbeiter der Staatskanzlei mit. An dem 1787 Meter hohen Gipfel traf er die Bürgermeister von Balderschwang und Obermaiselstein, Konrad Kienle und Peter Stehle, sowie Liftchef Berni Huber. Auch der Chef der Landtags-CSU, Thomas Kreuzer, und die CSU-Abgeordneten Eberhard Rotter und Eric Beißwenger nahmen teil. Über die Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Riedberger Horn zählt zu den wertvollsten Naturjuwelen Bayerns. Es steht gleich mehrfach unter Naturschutz. Die Skischaukel wäre der erste Eingriff überhaupt in die Schutzzone C des bayerischen Alpenplans, die für solche Vorhaben tabu ist. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) lehnt das Projekt strikt ab. Gegen ihr Veto konnte sich nicht einmal Heimatminister Markus Söder (CSU) durchsetzen. Seehofer kündigte nun eine Entscheidung noch vor der Sommerpause an.