Der Skandal erreicht einen der berühmtesten Chöre der Welt: Bei den Regensburger Domspatzen soll es ebenfalls Fälle sexuellen Missbrauchs gegeben haben.
Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat jetzt auch die weltberühmten Regensburger Domspatzen erreicht. Das bestätigte ein Sprecher des Bistums Regensburg am Donnerstagabend.
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Blick auf den Regensburger Dom, in dem der Knabenchor regelmäßig auftritt. (© Foto: dpa)
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Derzeit gebe es Erkenntnisse, dass es in den 1950er Jahren bei dem traditionsreichen Knabenchor zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. Ein Täter sei damals juristisch belangt worden. Außerdem habe sich ein weiteres mutmaßliches Opfer gemeldet. Dessen Vorwürfe aus den 1960er Jahren würden derzeit untersucht. Ob es sich dabei um sexuellen Missbrauch handle, konnte der Sprecher nicht sagen.
Das Bistum Regensburg kündigte an, an diesem Freitag über Recherchen und Meldungen zu Missbrauchsfällen in der gesamten Diözese zwischen 1958 und 1973 zu informieren.
In den vergangenen Wochen hätten sich mehrere Personen beim Missbrauchsbeauftragten der Diözese gemeldet, so der Sprecher. Eine eigens dafür gebildete Kommission solle nun in Archiven und alten Akten recherchieren. "Wir wollen das transparent untersuchen", sagte der Sprecher.
Der Manager der Domspatzen, Christof Hartmann, reagierte auf die Informationen des Bistums reserviert. "Natürlich ist jeder Missbrauchsfall zu verurteilen", sagte er der SZ. Wie aus der Mitteilung des Bistums zu entnehmen sei, hätten diese Fälle aber mit der heutigen Wirklichkeit des Chores nichts zu tun. "Das war vor 50, 60 Jahren." Dennoch seien solche Vorfälle "ein Schaden für die Institution".
Der Knabenchor mit Gymnasium und Internat in Regensburg ist weltbekannt. Von 1924 bis 1963 standen die Domspatzen fast 40 Jahre lang unter der Leitung von Theobald Schrems. Danach folgte von 1964 bis 1994 Domkapellmeister Georg Ratzinger, der Bruder des heutigen Papstes Benedikt XVI. In seine Amtszeit fiel 1976 die Feier des 1000-jährigen Bestehens von Deutschlands ältestem Knabenchor. Ratzinger prägte den typisch weichen, natürlichen Regensburger Klang. Zu den Aufgaben des Chors gehört vor allem die Gestaltung der Gottesdienste im Dom von Regensburg. Die Domspatzen unternehmen aber auch viele Konzertreisen in alle Welt.
Im Video: Laut Bistum Regensburg gibt es aber keine aktuellen Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen.
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(SZ vom 05.03.2010/dmo)
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Die neueste Antwort
Das große Ziel heißt eine wirklich Säkularisierung der Gesellschaft durchzusetzen. Religion ist Privatsache das muss sie nun auch werden.
Ich glaube, ice.bear hat Recht. Die Kirche ist für den einen oder anderen zur Zielscheibe geworden. Welche Motive hinter dem fröhlichen Wettschießen stecken, bleibt offen. Das ehrliche Mitgefühl für die Opfer sexuellen Missbrauchs? Solche Kritik muss die Kirche aushalten. Wenn aber die Kirche unter Generalverdacht gestellt wird, spielen wohl andere Motive eine Rolle.
Vor allem bein onanieren.
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deswegen schrieb ich auch "der ein oder andere". Es geht auch immer um die Art und Weise, auch wenn sexueller Missbrauch und körperliche Misshandlung natürlich unentschuldbar sind. Die aktuellen Fälle scheinen mir aber zuweilen mehr als Vorwand zu dienen, um gegen die Kirche oder andere Institutionen zu schießen, nach dem Motto "ich habs ja schon immer gewusst".
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