Der Schlagstock muss Meier beim Umzug von Etterzhausen nach Pielenhofen abhanden gekommen sein, es gibt später keine Hinweise mehr auf solche Züchtigungen.
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Doch es gab zu Beginn der 1980er Jahre noch vergleichsweise viele Eltern, die ihren Knaben mit dem Hinweis im Internat ablieferten: "Wenn er nicht spurt, geben S' ihm ruhig eine Watschn." Meier war nicht der einzige, der dieser Einladung nachkam.
Kopfnüsse - mit dem Schlüsselbund zwischen den Fingern
Der Chorleiter, der die Buben an die Musik heranführen sollte, zog gerne an den Schläfenhaaren, bevor seine Hand auf der Wange landete, und der Erzieher, der als Präfekt tituliert wurde, war ein Mann, der die modernen Leitsätze der Pädagogik nicht wirklich verinnerlicht hatte. Er hatte zumeist Kopfnüsse im Repertoire, bisweilen mit dem Schlüsselbund zwischen den Fingern. In Etterzhausen, wo er neben dem Internat wohnte, schnitt er sich angeblich auf dem Weg zur Arbeit Weidenruten zurecht. Erziehungsinstrumente.
Der junge Mann, der zu Beginn der 1990er in Pielenhofen war, hat Recht, wenn er schreibt: "Keinesfalls kann man von einem pädagogischen Betreuungskonzept sprechen." Als schrecklichstes Erlebnis schildert er, wie ein Klassenkamerad, der sich vor Bauchschmerzen krümmte und weinte, als Simulant abqualifiziert wurde. Am Ende musste der Bub notoperiert werden, wegen Blinddarmdurchbruchs.
Nach Meiers Übertritt in den Ruhestand, schreibt er, habe sich alles schlagartig geändert. Niemand wurde mehr geschlagen. Heute arbeiten sieben Erzieherinnen, wo einst Direktor Meier und der Präfekt wüteten.
Meiers Erziehungsmethoden waren bekannt
Aber warum hatten die Verantwortlichen nicht früher reagiert? Hat Papstbruder Georg Ratzinger wirklich nichts gewusst? Ratzinger war von 1964 bis 1994 Leiter der Domspatzen, Meier, der längst gestorben ist, leitete von 1953 bis 1992 die Vorschule. Seine Erziehungsmethoden waren bekannt.
Wie Misshandlungen vorzubeugen gewesen wäre, wussten die Verantwortlichen aus der eigenen Geschichte. Im Regensburger Domspatzen-Internat hatte man nach den Missbrauchsfällen in den 1960ern die Erziehung der Schüler keinen Priesteramtskandidaten mehr anvertraut, sondern ausgebildeten Pädagogen. Weltlichen Erziehern, keinen geistlichen Präfekten.
1975 übernahm ein progressiver Priester und Pädagoge die Internatsleitung, der für die Pädagogik des Hauses von Anfang an einen Grundsatz vorgab, welcher in Bayern erst zu Beginn der 1980er Jahre gesetzlich verankert wurde: dass Schüler unter keinen Umständen geschlagen werden dürfen. Unter seiner Ägide war das Internatsleben als Schüler überaus angenehm.
Unverständlich ist, warum wenige Kilometer entfernt in der Vorschule ein Berserker wie Direktor Meier wüten konnte.
Rudolf Neumaier war von 1981 bis 1982 selbst an der Vorschule der Domspatzen in Pielenhofen, danach bis 1992 war er bei den Domspatzen in Regensburg.
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(SZ vom 09.03.2010/jobr)
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Die neueste Antwort
Ich kann noch einen kleien Beitrag dazu bringen: Bei der Polizei in der Ettstrasse wurden früher jugendliche Straftäter verprügelt. Dies hat in einer öffenlichen Sitzung vor ca. 35 Jahren der Vater eines jungen Angeklagten ungefragt und beinahe weinend im Gerichtssaal des Amtsgerichtes München verkündet. Der junge Richter ging schweigend darüber hinweg.
@ Werferfehler
Offensichtlich wirkt die Gehirnwäsche der christlichen Kirchen
genauso, wie die von .... Scientology .....
Der Anspruch der selbsternannten Wertebewahrer auf Integrität
macht angesichts der Vorkommnisse fassungslos.
Dass staatlich geführte Institutionen auch schuldig geworden sind
ist unbestritten. Es gab ein hermetisches Schweigen und
Wegsehen im Einvernehmen zwischen Kirche und Staat.
Bemerkenswert die Logik einiger Foristen, die die physischen
und psychischen Mißhandlungen in jener Zeit als obligate,
allgemein akzeptierte Erziehungsmethoden verniedlichen und
die Verbrechen damit relativieren und banalisieren wollen.
Zitat:
Der Spruch: Die Zeiten waren damals so. stellt eine unverschämte
Verharmlosung von Verbrechen wider die Menschlichkeit dar.
Und merkwürdig, wie lange und wie viel Literatur es schon gibt,
Literatur, die beweist, dass sehr wohl die Verbrechen schon länger
bekannt waren, und wie gut das Vertuschen in diesen Systemen
funktionierte:
Wensierski, Peter : Schläge im Namen des Herrn .
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik 2006
http://www.wensierski.info/html/links.html
http://www.vehev.org/Buecher%20Betroffener.html
http://www.heimkinder-ueberlebende.org/HEIMERZIEHUNG_-_LEBENSHILFE_ODER_BEUGEHAFT_bei_Alexander_Markus_Homes.html
Aber sicher, . viele hier wollen das gar nicht wissen ..
@KulturOptimist
Es ist Ihnen nicht möglich, und für diesen Meinungsaustausch
auch nicht notwendig, meine Aussage zu verifizieren. Ich werde den
Teufel :-) tun, und die Opfer durch Indiskretion ein weiteres Mal
zu schädigen. Ich war nur Zeuge...........obwohl, ein Kind als Zeuge ist
wohl auch Opfer.........
Entschuldigen Sie bitte dass mein Kommentar sich auf Kommentare Ihrerseits bezieht die schon etwas älter sind, aber nachdem ich angefangen habe die älteren Kommentare zu lesen (bis jetzt leider nur 23 Seiten gelesen) kann ich nicht anders als zu fragen:
Was wollen Sie?
Was wollen Sie mit Ihren (m.A.n. teiks krusen) Andeutungen bewirken?
Ich persönlich kann Sie nicht mehr ernst nehmen, Ihre Aussagen sind zu einem großen Teil einfach nur eine Mischung aus Verschwörungstheorien und/oder wilden Aussagen ohne jedweden Nachweis.
Aber es gibt Hoffnung für Sie beide:
"Nur weil Du paranoid bist bedeutet das noch lange nicht dass Sie nicht hinter Dir her sind" (mir unbekannter Verfasser)
Vor der Wende hatten wir etwa je zu 50% evangelische und katholische Christen. Wurde nur in katholischen Einrichtungen geprügelt? Die evangelischen Lehrer waren die "braven?" Sonderbar!
Inzwischen ist er auch auf youtube:
youtube.com/watch?v=DC4H8nFv7VE
Paging