Lehrer in Bayern Staatsregierung streicht Stellen

Im nächsten Schuljahr sollen in Bayern erstmals seit Jahren 830 Stellen wegfallen. Vor allem Grund- und Mittelschulen müssen dann auf Lehrer verzichten. Politisch sind die Kürzungen heikel - vor allem weil viele Berufseinsteiger im Freistaat keinen Job an einer Schule finden.

Die Staatsregierung kürzt erstmals seit Jahren Lehrerstellen. Zum 1. August 2014 sollen 830 Stellen wegfallen, sagte das Kultusministerium am Wochenende. Minister Ludwig Spaenle (CSU) muss damit nun doch noch einen Teil der Lehrerstellen abgeben, die er eigentlich wegen der kontinuierlich zurückgehenden Schülerzahlen schon vor Jahren hätte abliefern sollen.

Im Stellenplan für 2014 sind noch insgesamt 86.078 Lehrerstellen ausgewiesen - 2013 waren es noch 86.910. Ein Teil der sogenannten "demografischen Rendite" soll den Schulen aber durchaus erhalten bleiben, erklärte Spaenle am Samstag am Rande des kleinen CSU-Parteitags in München. Dabei handelt es sich um 500 Stellen, die für den Ausbau der Ganztagsschulen und die Inklusion behinderter Kinder an den Regelschulen gedacht sind.

Spaenle will bei den Verhandlungen mit Finanzminister Markus Söder (CSU) für die Lehrerjobs kämpfen. "Ich hoffe, dass der Nachtragshaushalt noch Ergebnisse bringt", sagte der Münchner CSU-Bezirksvorsitzende. Die meisten Stellenstreichungen sind an Grund- und Mittelschulen vorgesehen, aber auch Gymnasien, Realschulen und Förderschulen sollen Lehrer einbüßen.

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Gut 50 Stellen mehr sind dagegen für die verschiedenen beruflichen Schulen eingeplant. Die letzte große Runde von Stellenstreichungen im Kultusministerum gab es in den Jahren 2004 bis 2007, dies brachte der Staatsregierung damals scharfe Kritik ein. Da die Staatsregierung in den vergangenen Jahren wieder mehrere tausend zusätzliche Lehrer angeheuert hat, werden trotz der Kürzungen im nächsten Schuljahr immer noch knapp 3800 Lehrerstellen mehr in Spaenles Haushaltsplan stehen als zu seinem Amtsantritt 2008.

"Verantwortungslos und inkonsequent"

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Politisch sind Stellenkürzungen aber trotzdem sehr heikel - insbesondere da derzeit viele Junglehrer in Bayern keine Jobs finden. Die Staatsregierung will ihrerseits den Ganztagsschulausbau fortsetzen und kleine Schulen auf dem Land erhalten. Beides erfordert nach Einschätzung der Opposition mehr und nicht weniger Personal.

Klaus Wenzel, der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), kritisierte die Pläne als "verantwortungslos und inkonsequent". Damit die Staatsregierung ihre eigenen Ziele - mehr Inklusion, mehr Ganztagsangebote, mehr individuelle Förderung - erfüllen könne, brauche es deutlich mehr Lehrer. Der Verband habe ausgerechnet, dass dafür 20.000 zusätzliche Stellen notwendig seien, erläuterte Wenzel am Sonntag.

Der SPD-Abgeordnete und Chef des Bildungsausschusses im Landtag, Martin Güll, sagte, Spaenle nehme nun "den Schülern die Chancen auf besseren Unterricht, den Lehrern die Aussicht auf bessere Arbeitsbedingungen und den jungen Referendaren die Hoffnung auf eine Zukunft in ihrem erlernten Beruf im Freistaat".