Landtag Grüne empören sich über Goppel

Die Grünen werfen dem früheren Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) vor, die NS-Zeit zu verharmlosen. Goppel hatte am Mittwochmorgen im Wissenschaftsausschuss des Landtags gesagt: "Es soll nicht die ganze deutsche Geschichte davon abhängen, dass wir zwölf Jahre üblen Unfug gemacht haben." Die Innenexpertin der Grünen, Katharina Schulze, sieht darin eine "Verharmlosung des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte", die "untragbar" sei. Wer im Zusammenhang mit den bestialischen Verbrechen der Nazizeit "von Unfug spricht, redet den Holocaust klein". Anlass für die Äußerung Goppels war ein Antrag der Grünen. Sie hatten kritisiert, dass die vielen NS-Bauten im Eigentum des Freistaats nicht für die Öffentlichkeit kenntlich gemacht würden. Deshalb forderten sie, dass die Staatsregierung das Anbringen von Gedenktafeln an staatlichen Gebäuden zumindest prüfen solle. Doch das ging CSU, SPD und Freien Wählern zu weit, da in Bayern so viele Bauten in Verbindung mit der NS-Zeit stehen, dass das Vorhaben schnell uferlos werden könnte. In dem Zusammenhang fiel Goppels Äußerung. Auf Anfrage erklärte er am Abend, man solle die Geschichte Deutschlands nicht auf diese zwölf Jahre reduzieren. "Wenn wir jetzt anfangen, an allen Häusern Markierungen anzubringen und zu betonen, hier hat mal jemand gewohnt, auf den man auch noch böse sein könnte - dann geht mir das zu weit."