Landkreis Cham Wieder ein Wolf in Bayern gesichtet

Im Landkreis Cham wurde ein Wolf gesichtet.

(Foto: dpa)
  • Im Landkreis Cham in der Oberpfalz ist ein Wolf entdeckt worden.
  • Durch Kameraaufnahmen besteht kein Zweifel. Das Fell weist eindeutige Merkmale eines Wolfes auf.
  • In diesem Jahr ist das bereits der fünfte Nachweis eines Wolfes.

Im Bayerischen Wald ist erneut ein Wolf gesichtet worden. Wie das Landesamt für Umwelt (LfU) am Freitag mitteilte, wurde das Raubtier am 28. September in einem Jagdrevier im nördlichen Landkreis Cham von einer automatischen Fotofalle aufgenommen.

Zwar ist die Aufnahme etwas unscharf. Aber sie reicht aus, um das Tier darauf eindeutig als Wolf zu identifizieren. So weist das Fell eindeutig die wolfstypische Färbung auf, auch die Körperhaltung ist die eines Wolfes. Weitere Hinweise auf einen Wolf in der Region liegen nicht vor. So wurde bislang kein Kadaver eines Beutetieres entdeckt. Damit bleibt auch unklar, ob es sich um den Wolf handelte, der Anfang Mai 2015 im Nationalpark Bayerischer Wald in eine Fotofalle getappt war.

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Bereits die fünfte Entdeckung in diesem Jahr

Die aktuelle Sichtung ist bereits der fünfte Nachweis eines Wolfes in Bayern in diesem Jahr. Erst im August hatte ein Wolf im oberbayerischen Landkreis Miesbach zwei Schafe gerissen. Der Schafhalter erhielt einen finanziellen Ausgleich für seine getöteten Tiere.

2014 waren im Freistaat vier Wölfe nachgewiesen worden. Davor waren nur vereinzelt welche aufgetaucht. Experten rechnen aber seit Langem damit, dass sich in Bayern wieder Wölfe niederlassen. Der Grund: In allen Ländern rund um den Freistaat breiten sich die Wölfe wieder aus - ob in Italien, Frankreich, der Schweiz oder in Ostdeutschland.

Die aktuelle Sichtung hat den Vogelschutzbund LBV alarmiert. Denn der Wolf streifte ausgerechnet durch das sogenannte Bermudadreieck für Luchse im Bayerischen Wald, in dem Unbekannte immer wieder Raubkatzen illegal töten. Erst im Mai waren in der Region die Vorderläufe von zwei Luchsen entdeckt worden. Die Ermittlungen der Polizei verliefen bisher im Sande. LBV-Chef Norbert Schäffer befürchtet nun, dass den Wolf das gleiche Schicksal wie die beiden Luchse treffen könnte. Wer verdächtige Beobachtungen mache, solle deshalb sofort die Polizei verständigen, sagt er.

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