Integration Die neue Heimat erwandern

Äthiopische Asylbewerber mit der AWO-Mitarbeiterin Nicole Schwenger in einem Erlebnispark.

(Foto: AWO)

Staatsregierung vergibt den Bayerischen Asylpreis

Von Dietrich Mittler

In München sind am Mittwoch der Bayerische Asylpreis sowie der Bayerische Integrationspreis verliehen worden. Der Integrationsbeauftragte Martin Neumeyer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Sozialstaatssekretär Johannes Hintersberger (alle CSU) hoben am Mittag im Landtag zum Loblied auf das bürgerschaftliche Engagement bei der Integration von Flüchtlingen an. Der neunjährige Asym hatte nur einen Wunsch: "Ich möchte meinen Papa und meine Mama sehen." Asym ist mit seinem Onkel aus Syrien geflohen, die Eltern blieben zurück.

In der Vorfreude auf die offizielle Preisverleihung am Abend im Beisein der bayerischen Sozialministerin Emilia Müller gingen die scheu gemurmelten Worte des Neunjährigen bei den Umstehenden unter. Kameras klickten ununterbrochen, und den rund 30 Anwesenden im Vorraum zum Senatssaal echote von den Wänden ihr eigener Applaus entgegen. Der Integrationsbeauftragte der Staatsregierung war sichtlich gelöst: Zum dritten Mal bereits werde der Asylpreis verliehen. "Das ist bundesweit einmalig", sagte er. Barbara Stamm betonte, den Integrationspreis im Blick: "Wir machen uns gemeinsam auf den Weg."

Und dann waren da ja noch die Preisträger. Der Bayerische Integrationspreis 2016 - er steht unter dem Motto "Werte und Traditionen" - geht an den Integrationsbeirat der Stadt Garching, der mit Migranten, darunter viele Flüchtlinge, Wandertouren unternimmt. Dafür hat der Vorsitzende Claudio Cumani Aktive des Deutschen Alpenvereins und des Bund Naturschutz gewinnen können. Ihr gemeinsames Projekt, das nun ausgezeichnet wird, steht unter der Devise "Meine neue Heimat - Spurensuche der bayerischen Kultur in der Natur". Bei der "unabhängigen Jury", darauf legte der Integrationsbeauftragte Neumeyer Wert, kam das gut an.

Gefallen fanden die Juroren auch an dem Projekt der Nürnberger Arbeiterwohlfahrt "Club 402", bei dem Asylsozialberatung, Hausaufgabenbetreuung, Billard, Tischfußball, gemeinsame Paddelausflüge mit Flüchtlingen und vieles mehr zum Angebotspaket gehören. Bevor in die Ziffer 402 viel hineininterpretiert wurde, klärte die AWO-Mitarbeiterin Nicole Schwenger auf: "Das ist unsere Hausnummer." Ihr Kollege Bernd Moser freute sich wie sie sehr über den Asylpreis und das zweckgebundene Preisgeld in Höhe von 2000 Euro. Aber er stimmte auch ernste Töne an: "Die Hürden für die Flüchtlinge sind manchmal ganz, ganz hoch", sagte er. Und damit zielte er nicht zuletzt auf das geplante Integrationsgesetz der CSU.