In Zügen Polizisten a. D. sorgen für Sicherheit

Es ist eine Vereinbarung, die allen Seiten nützt: Seit ein paar Jahren dürfen Landes- und Bundespolizisten in Bayern alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benutzen, sofern sie ihre Uniform tragen. Das hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach dem tragischen Fall des von Jugendlichen zu Tode geprügelten Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln im Jahr 2009 mit den Spitzenverbänden der bayerischen Verkehrsunternehmen vereinbart. Bis zu dem Zeitpunkt gab es eine derartige Vereinbarung nur mit ein paar Verkehrsunternehmen. Im Gegenzug sorgen die Polizisten in den Zügen, Bussen und Straßenbahnen für mehr Sicherheit: Auch außerhalb ihrer Dienstzeiten greifen sie gegebenenfalls ein, um eine eskalierende Situation zu beruhigen.

Wie sinnvoll dieses Abkommen war, zeigt allein schon folgende Zahl: 2533 Mal sind uniformierte Polizeibeamte im vergangenen Jahr in Bayern im Rahmen dieser Freifahrtregelung in Zügen der Deutschen Bahn sowie im Bereich der Münchner Nahverkehrs eingeschritten. Dabei unterstützten sie unter anderem das Zugpersonal, wenn es Probleme mit Randalierern oder Schwarzfahrern gab. Bei 1137 Fahrgästen haben die Polizisten die Personalien festgestellt. Sie sprachen 217 Platzverweise aus, nahmen 123 Personen fest und leisteten in 57 Fällen erste Hilfe. In vielen Fällen seien die Beamten "außer Dienst unterwegs" gewesen, "beispielsweise auf dem Arbeitsweg", sagte Herrmann am Freitag in München. "Trotzdem sind sie sofort eingeschritten und haben für mehr Sicherheit gesorgt." Für den Minister ist das der Beweis dafür, dass sich die Freifahrtregelung "bestens bewährt" habe. "Davon profitiert das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und des Begleitpersonals deutlich."