Goldbach in Unterfranken Rechte stören Asyldebatte mit Claudia Roth

Claudia Roth (Archivbild) war in Unterfranken, um zum Thema Asyl zu sprechen.

(Foto: Getty Images)
  • Anhäger der NPD haben in Goldbach (Landkreis Aschaffenburg) eine Diskussionsveranstaltung über Flüchtlinge und Asyl mit Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) gestört.
  • Sie sollen Roth beschimpft haben. Einer von ihnen soll einem Besucher mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.
  • Die Polizei sucht nach den Männern.
Von Dietrich Mittler

Warum Roth in Goldbach zu Gast war

Ausländerfeindlicher Zwischenfall bei einem Auftritt von Claudia Roth: Die Bundestagsvizepräsidentin war zu einer Veranstaltung in Goldbach (Landkreis Aschaffenburg) geladen, um über Flüchtlinge und Asyl zu sprechen. In dem Ort wird derzeit eine Unterkunft für Flüchtlinge fertiggestellt, eine weitere ist geplant.

Kurz nach Beginn der Veranstaltung sprangen vier Männer auf, hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Schluss mit der Flüchtlingslüge. Goldbach sagt nein" hoch, wie ein Polizeisprecher berichtet. Nach Angaben der Grünen-Politikerin Roth skandierten sie zudem rechte Parolen. Als die Männer der Saals verwiesen wurden, schlug einer von ihnen einem Besucher ins Gesicht.

Als die Polizei fünf Minuten später eintraf, waren die Männer verschwunden. Die Beamten fahnden nun anhand von Video-Mitschnitten der Veranstaltung nach den Unbekannten.

Wie der Vorfall abgelaufen sein soll

Der Vorfall ereignete sich gegen 20 Uhr, eine halbe Stunde nach Beginn der Veranstaltung. Die Störer waren äußerlich unauffällig, einer von ihnen war ein älterer Mann.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken handelte es sich um Anhänger der NPD. Sie hätten Flyer verteilt, auf denen die rechtsextremistische Partei als verantwortlich genannt werde. Roth berichtet, sie sei unter anderem als "Hetzerin und Betrügerin" beschimpft worden, die den "Asylmissbrauch" decke.

Die Anwesenden der Informationsveranstaltung im Saal des katholischen Pfarrheims "Effata" haben sich nach Darstellung Roths gegen die Störer gewandt, mit den Worten: "Das wollen wir nicht." Dann sei es zum Tumult gekommen.

Was der Bürgermeister sagt

Wie der Goldbacher Bürgermeister Thomas Krimm (Freie Wähler) erklärt, wurden die Störer "hinauskomplimentiert". Dabei habe einer von ihnen einem Gemeinderat der Freien Wähler mit der Faust "die Backe blau geschlagen", berichtet Roth.

Bürgermeister Krimm fürchtet um den guten Ruf seiner Gemeinde. Nun gehe unter, dass sich dort eine äußerst aktive Helfergruppe um die rund 40 anwesenden Asylbewerber kümmere. Die Asylbewerber seien voll im Gemeindebild integriert - sie helfen auch bei Veranstaltungen mit, gehen mit in den Gottesdienst und singen im Chor.

(mit Material von dpa)