Hubert Aiwanger wird Bayern zu eng: Der Chef der Freien Wähler will seine Wählergruppe zu einer bundesweiten Alternative machen - vielleicht mit dem früheren BDI-Chef Hans-Olaf Henkel. An Karl-Theodor zu Guttenberg hat Aiwanger jedoch kein Interesse.
Bundeschef, Landesvorsitzender, Anführer der Landtagsfraktion: Hubert Aiwanger ist unumstrittene Nummer eins bei den Freien Wählern. Nun will er die Partei in den Bundestag führen, als Alternative für frustrierte Wähler von Schwarz-Gelb. Noch vor Weihnachten tritt Aiwanger in Berlin mit dem früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel auf.
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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger: "Ich bin kein Euro-Feind, aber ich bekämpfe die Auswüchse." (© SEYBOLDT4MEDIA)
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Herr Aiwanger, sagen Sie doch mal was Nettes über die CSU.
Die CSU hat den Kompass verloren und . . .
. . . das wird aber jetzt nicht nett!
Doch: Und sie schafft es immer, wenn zwei Möglichkeiten zur Auswahl sind, mit schlafwandlerischer Sicherheit die falsche zu wählen.
Und das war jetzt was Nettes?
Ja. Ich hätt's noch deutlicher sagen können.
Besser wird die Stimmung nicht mehr zu Ihrem immerhin möglichen Regierungspartner nach 2013?
Wir sind dazu da, die Fehler der CSU aufzugreifen und bessere Lösungen einzubringen. Bis zu einem gewissen Maß ist die CSU in den letzten Jahren sogar lernfähig. Aber immer noch zu stur.
Ist in Wahrheit bei Ihnen die Entscheidung für ein Bündnis mit SPD und Grünen längst gefallen?
Längst gefallen nicht, aber ich muss ehrlich zugeben: Es spricht momentan nicht sehr viel dagegen. Momentan jedenfalls kämen wir wohl bei sehr vielen wichtigen Themen mit der SPD und den Grünen schnell zu einer Einigung: ländlicher Raum, Bildungspolitik, selbst die Großprojekte. Ich glaube, dass Christian Ude die dritte Flughafenstartbahn sehr schnell an den Nagel hängen wird, wenn er merkt, daran könnte eine Koalition scheitern.
Wenn Sie jetzt noch mehr Nettigkeiten über Ude sagen müssten . . .
Ude ist ein durchaus zugänglicher Typ. Ich glaube, dass er auch bereit ist, andere mitspielen und ihre Ideen einbringen zu lassen. Bei der CSU dagegen hat man immer den Eindruck: Das sind Angstbeißer. Sobald man ein Thema besetzt, erklären die das sofort für Blödsinn und wollen einen aus dem Feld beißen. Die können nicht akzeptieren, dass es neben ihnen jemanden gibt, der lesen und schreiben kann.
Stehen Sie selbst denn für eine bayerische Regierung überhaupt noch zur Verfügung, oder zieht es Sie nach Berlin?
Mein Schwerpunkt ist hier. Unsere Arbeit in Berlin ist ohne unsere bayerische Basis nicht denkbar. 2013 ist mein Platz in Bayern.
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Ich möchte mich den Freien Wählern als Mitglied anschließen, habe aber Bedenken, dass in wenigen Monaten doch der Betrüger und Hochstapler Guttenberg dann oben auf dem Podium steht und mir vorschreibt, was ich denken soll. Ich werde jetzt mal ein paar Jahre abwarten, ob diese Filzlaus nicht doch durch die Hintertür hereingelassen wird für ein paar Millionen Euro. Nur wenn der lebenslange Ausschluß in der Satzung stehen würde, bin ich sofort dabei. Das Risiko, dass eine solch klamme, neue Partei ihn doch hofiert, ist riesengroß und sicher für viele eine Hemmschwelle, diese Partei zu unterstützen.
Henkel tingelt seit Jahren im Auftrag von US-Banken - die ihn bezahlen - durch deutsche Talkshows und wettert gegen den Euro. Nicht etwas aus sachlichen Gruenden, sondern weil er dafuer bezahlt wird.
Der deutsche Kabarettist Georg Schramm bezeichnete Henkel deshalb sehr zutreffend als "Pausenclown der freien Marktwirtschaft". Man koennte ihn auch als Mietmaul bezeichnen.
Wenn die Freien Waehler das noetig haben, dann oje. Aber in Bayern ist nix unmoeglich. Da regiert sowieso der Stammtisch.
Habt ihr Aiwanger mal reden hören? Der Hans-Olaf versteht den doch gar nicht. Und Gutti sollte endlich das machen was er kann, Wetten-dass übernehmen. Und Lothar macht die Außenwetten. Yo.
Ich hatte das Vergnügen, 2009 an einer Wahlveranstaltung der Freien Wähler mit Herrn Aiwanger als Redner teilzunehmen. Ich kam mir vor wie auf einer CSU-Veranstaltung, vom bayerischen Defiliermarsch angefangen bis zu den ausliegenden Wahl-Flyern, die jeder CSU-ler sofort unterschrieben hätte.Herr Aiwanger pries dann noch die Bedeutung der Landwirtschaft.
Ich wusste danach, wen ich neben der CSU ebenfalls nicht wählen wollte.
Sorry, aber 1960 ist vorbei....Wir brauchen Antworten auf die Fragen von heute.
Die Süddeutsche Zeitung sollte neben Herrn Aiwanger auch einmal andere Mitglieder der FW-Landtagsfraktion vorstellen, damit man bis zur Wahl in zwei Jahren auch noch andere Gesichter dieser möglichen Koalitionspartei kennenlernt.
Oder drängt sich Herr Aiwanger immer vor ? Das wäre nicht so gut für die Zukunft dieser Partei.
Paging