Der Berliner Dauerkrach zwischen CSU und FDP zieht jetzt auch das schwarz-gelbe Bündnis in Bayern in Mitleidenschaft.
Einen akut drohenden Bruch der Koalition im Freistaat sehen sie nicht - doch die Missstimmung sitzt tief: Der Berliner Dauerkrach zwischen CSU und FDP zieht jetzt auch das schwarz-gelbe Bündnis in Bayern in Mitleidenschaft. Er sehe die bayerische Koalition nicht gefährdet, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Martin Zeil (FDP) der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Gleichzeitig stellte Zeil aber Bedingungen: "Die CSU muss endlich lernen, dass sie nicht allein für Bayern spricht, auch nicht in Berlin." CSU- Landtagsfraktionschef Georg Schmid hielt der FDP vor, sich mit dem "Wildsau"-Vorwurf gegen die CSU im Ton vergriffen zu haben und verlangte "menschlich fairen Umgang."
Bild vergrößern
Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP, l) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sind derzeit nicht gut aufeinander zu sprechen. (© ag.dpa)
Anzeige
Die harschen Wort-Gefechte zwischen FDP und CSU in der Gesundheitspolitik haben indes ein Nachspiel. CSU-Chef Horst Seehofer kündigte an, dass er wegen der "Wildsau"-Kritik auf ein Gespräch mit CDU-Chefin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle dringe. "Es geht immerhin um die Äußerung eines parlamentarischen Staatssekretärs der Bundesregierung", sagte Seehofer.
Gesundheits-Staatssekretär Daniel Bahr (FDP) hatte der CSU vorgeworfen, sich wie eine "Wildsau" verhalten zu haben, weil sie das Gesundheitskonzept von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) gestoppt hatte. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte zudem von einem persönlichen Trauma Seehofers bei der Gesundheitsreform gesprochen. Die Äußerungen lösten prompt erboste Reaktionen bei der CSU aus, deren Generalsekretär Alexander Dobrindt von einer "gesundheitspolitischen Gurkentruppe" der FDP sprach und erklärte: "Bei der FDP sind zwei Sicherungen durchgeknallt, und die heißen Bahr und Lindner."
Sowohl Seehofer als auch Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier riefen alle Koalitionsmitglieder am Dienstag zur Mäßigung auf. Schon am Montag hatte Bundeskanzlerin Merkel die Koalitionäre zur Mäßigung gemahnt und die Wortwahl nicht nachahmenswert genannt. In der Sache bekräftigte Seehofer aber seine Kritik. Nicht er habe die Basis des Koalitionsvertrages verlassen, sondern Rösler. Die drei Parteivorsitzenden hätten sich zudem ausdrücklich und schriftlich darauf geeinigt, vorrangig die Ausgabensteigerung zu begrenzen, bevor man über zusätzliche Einnahmen nachdenke.
Es sei bereits genug Geld im Gesundheitssystem. "Auf diese Kostenreduzierung dringe ich seit vergangenen Dezember", sagte der bayerische Ministerpräsident. Die CSU verweigere sich keinen Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich.
Seehofer räumte zugleich schwierige Debatten in der Koalition ein, weil Merkel nicht weit von der Position Röslers entfernt sei, eine zusätzliche einkommensunabhängige Gesundheitspauschale für gesetzlich Versicherte zu erheben. "Von den Grundüberzeugungen entspricht dies ihrer Grundhaltung", sagte Seehofer.
- Gesundheitsstreit Top-Liberaler stellt Koalition in Frage 07.06.2010
- Gesundheitspolitik Eine Wildsau und ihr Trauma 07.06.2010
- Gesundheitspolitik Wenn die Wildsau mit der Gurkentruppe 07.06.2010
- Verhandlung über EFSF-Sondergremium Das Gebot der Not 29.11.2011
- Euro-Rettung Wenn sich das Parlament missachtet fühlt 29.11.2011
- Streit um EZB-Anleihekäufe Dobrindt schürt Angst vor "toxischem Schock" 20.11.2011
- Bürger zahlen von 2012 an weniger Regierung senkt Rentenbeitrag 16.11.2011
(dpa/Reuters/wolf)
Gewalt in Syrien
Die neueste Antwort
Wenn die Herren Seehofer, Dobrindt und Söder des Lesens mächtig wären, den Koalitionsvertrag der Berliner Regierung verstehen würden (waren zwar beim Aushandeln dabei, haben aber offensichtlich nur geschlafen) und ihr eigenes Mitgescheibsel umsetzen würden, dann könnte endlich Ruhe in Berlin einkehren und vernünftig gearbeitet werden.
...verhindert seit Jahren den Autobahn Südring mit dem Motto:
"Weil ich da wohne!"
Gleichzeitig fordert er eine weitere Starbahn am F. J. Strauß-Flughafen!
Da macht ihm der Lärm, von dem er ja nichts merkt, nix aus!
Dieser Mann - übrigens war hier die CSU beteiligt - hatte zudem die Dreistigkeit eine Gesetzesvorlage vorzulegen, die die Einsicht der Anwälte und Betroffenen der Geschädigten bei der Hypo Real Estate und der IKB bei der BaFin begrenzen sollte.
Das nenne ich: Diktatur des Kapitals!
Man stelle sich einmal vor: Der wollte die Akteneinsicht für die Betroffenen verhindern! Tatsache!
Gott sei Dank ist diese Gesetzesvorlage abgeschmettert worden!
Weg mit der FDP!!!!