Entschädigung der BayernLB Gribkowsky gibt seine Millionen frei

Lange hat es gedauert, nun aber rückt der frühere BayernLB-Vorstand Gribkowsky sein Millionenvermögen heraus. Aus seiner Gefängniszelle hat er dafür gesorgt, dass die BayernLB auf seinen Besitz zugreifen darf - und damit für den Schaden entschädigt wird, den Gribkowsky der Bank eingebrockt hat.

Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky gibt nach langem Zögern sein Millionenvermögen frei. Von seiner Münchner Gefängniszelle aus hat der 54-Jährige dafür gesorgt, dass die BayernLB auf sein Geld und seinen Besitz zugreifen darf - und damit für den Schaden entschädigt wird, für den er durch seinen Formel-1-Deal mit Rennchef Bernie Ecclestone verantwortlich war. "Die BayernLB hat jetzt eine Kontovollmacht", sagte Gribkowskys Verteidiger Daniel Amelung.

Durch die Wiedergutmachung kann Gribkowsky auf eine kürzere Haftdauer hoffen. Die schwer geplagte Landesbank kann das Geld gut gebrauchen: Immerhin geht es um rund 30 Millionen Euro - vom Stiftungsvermögen über Immobilien bis hin zu kostbaren Uhren und fast 900 Flaschen Wein. Auch Gribkowskys Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald dürfte nun bald unter den Hammer kommen. Allein der Verkauf dieser Immobile mit Pool könnte der BayernLB rund sechs Millionen Euro in die Kasse spülen.

In den kommenden Jahren hätte Gribkowsky ohnehin nicht dorthin zurückkehren können: Vor drei Monaten war er zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Ecclestone kassiert und nicht versteuert hat. Zudem sorgte er als Vorstand der Bank dafür, dass die BayernLB dem Formel-1-Milliardär beim Verkauf ihrer Anteile an der Rennserie eine üppige Vermittlungsprovision überwies, die eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Diesen Schaden müsse Gribkowsky endlich wiedergutmachen, hatte Richter Peter Noll in der Urteilsbegründung gefordert.

Schein-Stiftung "Sonnenschein" wird aufgelöst

Bis dahin sei dies nicht geschehen: Die riesige Summe von Ecclestone habe Gribkowsky vielmehr mit hoher krimineller Energie in eine Schein-Stiftung für krebskranke Kinder in Österreich geleitet. "Das Geld wurde nicht nur versteckt und im Tresor verstaut, sondern dann hat er auch noch den Schlüssel weggeworfen." Diesen Schlüssel habe die BayernLB nun bekommen, sagte Anwalt Amelung - um im Bild zu bleiben. Das Geld in der Stiftung mit dem Namen "Sonnenschein" ist mit rund 20 Millionen Euro der dickste Brocken des Vermögens - und war wegen der schwierigen Rechtslage für die BayernLB kaum zu greifen.

Nun hat Gribkowky aber dafür gesorgt, dass dort neue Vorstände eingesetzt werden, die den Auftrag haben, die Stiftung aufzulösen und das Geld an die Bank auszuzahlen. "Das muss nun ordnungsgemäß abgewickelt werden", sagte ein BayernLB-Sprecher. Mit den Gribkowsky-Millionen allein will sich die Bank aber nicht zufriedengeben: Derzeit prüft sie auch, ob sich von Ecclestone Schadenersatz holen lässt.

Gribkowsky war im Juni zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone beim Verkauf der BayernLB-Anteile an der Rennserie eine Provision in Höhe von 66 Millionen Dollar zugeschanzt, von der 44 Millionen Dollar heimlich wieder an ihn zurückflossen. Der BayernLB ist dadurch laut Gericht ein Schaden von umgerechnet rund 30 Millionen Euro entstanden.