CSU-Parteitag Seehofer sonnt sich im Hoch Ilse

"Jede Woche ein Hoch Ilse", sagt CSU-Parteichef Horst Seehofer.

(Foto: dpa)

Die CSU beschäftigt sich mit sich selbst: Homo-Ehe, Mütterrente, Pkw-Maut lauten die Themen beim kleinen Parteitag - die politische Konkurrenz erwähnt Parteichef Seehofer dagegen mit keinem Wort. Die direkten Attacken überlässt er stattdessen Generalsekretär Dobrindt.

Vom Parteitag von Benedikt Warmbrunn

Hoch Ilse brachte am Samstag den Sonnenschein nach München, die Temperaturen stiegen, und natürlich musste deswegen auf dem kleinen Parteitag der CSU unbedingt über das Wetter gesprochen werden. Geblendet von der Sonne schlenderten die Delegierten und Gäste zur kleinen Olympiahalle, nur für einen war das mit dem Hoch "keine Neuigkeit". Horst Seehofer, der Parteivorsitzende, sagte, er "erlebe jede Woche ein Hoch Ilse".

Für Seehofer war das mehr als ein Lob für die bayerische Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, für ihn ist ja gerade tatsächlich jede Woche irgendwie ein Hoch. Die Umfragen sagen der CSU in Bayern für die Landtags- und die Bundestagswahl im September einen deutlichen Vorsprung voraus, und was politisch sonst so passiert, das erklärt Seehofer ja ohnehin prinzipiell für einen Erfolg seiner Partei und seiner Person.

Auf dem kleinen Parteitag stellte Seehofer kein Wahlprogramm vor, der "heiße Wahlkampf" beginne für ihn erst im August. Der Ministerpräsident betrachtet den politischen Gegner zurzeit als so schwach, dass er meint, ihn nicht einmal erwähnen zu müssen. Es reicht ihm, sich um sich selbst und seine Partei zu drehen. Zum Beispiel beim Thema Mütterrente. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel habe er sich auf ein gemeinsames Konzept verständigt, das Kindererziehungszeiten vor 1992 finanziell aufwerten soll; für ein Kind mit 330 Euro im Jahr, für zwei Kinder mit 660 Euro, für drei mit 990 Euro.

Wahlprogramm soll nur wenige Seiten lang sein

Die Mütterrente gehört natürlich doch irgendwie zum Wahlprogramm, genauso wie die Forderung nach einer Pkw-Maut, einer Lebensrente und einem tariflichen Mindestlohn. Und der Position zur Homo-Ehe. "Respekt und Achtung" habe er vor jeder Lebensform, "aber das Leitbild der CSU bleibt Ehe und Familie". Das Wahlprogramm der CSU soll "pfiffig werden und kein Telefonbuch", sagte Seehofer, er stellt sich da ein wenige Seiten langes Papier vor.

Die direkten Attacken auf den Gegner überließ Seehofer am Samstag Alexander Dobrindt. Der Generalsekretär warf der SPD vor, dass sie nur "Bespitzelungs- und Schnüffelwahlkampf" beherrsche, deren Spitzenkandidaten Christian Ude nannte er einen "Drückeberger", weil dieser nach einer möglichen Niederlage der SPD nicht Oppositionsführer im Landtag werden will.

Es waren also ein paar gemütliche Stunden für Seehofer an diesem Samstag. Ob er angespannt sei wegen der anstehenden Aufgaben, wurde er gefragt. Seehofer sagte: "Ich bin wie das Wetter." Dazu sei dann noch erwähnt, dass Hoch Ilse nicht allzu lange durchhalten soll, nicht einmal bis zum Sonntagabend. Aber dann wird es ja auch bald schon Frühling.