Bildung Reform des Lehrerstudiums

Grüne wollen Ausbildung praxisnäher und schulübergreifend

Die Grünen im Landtag wollen die Lehrerausbildung reformieren. Das Studium soll praxisnäher werden, mit Bachelor und Master abschließen und nicht wie bisher vom ersten Semester an strikt nach Schularten getrennt sein. Die Ideen der Grünen ähneln denen des Bayerischen Lehrerverbands (BLLV), der aber im Master an der Trennung nach Schularten festhält- vorher könnten Studenten noch wechseln. Thomas Gehring, der bildungspolitische Sprecher der Grünen, geht einen Schritt weiter: Lehrer studieren für eine Altersstufe. Die meisten Einsatzmöglichkeiten böte die Primarstufe, also von der 1. bis zur 6. Klasse an allen Schulen oder die Sekundarstufe I an Mittel-, Wirtschafts-, Realschulen und Gymnasium. Diesen Stufenlehrer fordert auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die aktuelle Ausbildung sei nicht mehr zeitgemäß, Inklusion, digitale Bildung, Ganztagspädagogik und Integration betreffen alle Schularten, sagte Gehring, "Bayern setzt aber ausschließlich auf Unterschiedlichkeit der Lehrämter und der Schularten."

Die Grünen wollen zudem das Referendariat reformieren, denn Referendare klagten über zu viel Stress, praxisferne Lehrproben, fehlende Standards und zu wenig Transparenz bei der Benotung. Deshalb sollen Studenten im Masterstudium ein Praxissemester absolvieren. Nach der Uni folgen 18 Monate Referendariat, in dem die jungen Lehrer mit Sozialarbeitern und Schulpsychologen zusammenzuarbeiten. Außerdem sollen "Coaching und Bewertung" für eine "benotungsfreie Beratung" getrennt werden.

Das Ziel von Grünen, BLLV und GEW ist klar: Wenn die Unterschiede im Studium abgeschafft sind, gibt es für die Staatsregierung keine Rechtfertigung, Lehrer unterschiedlich zu bezahlen. Derzeit verdient ein Grundschullehrer im ersten Berufsjahr monatlich 674 Euro weniger als am Gymnasium. Das Kultusministerium hält aber am Bekannten fest. Gehrings Idee würde zur Verschulung des Studiums führen und die Ausbildung verlängern, heißt es. Zudem gelte an Volksschulen das Klassenlehrerprinzip. Diese unterrichteten fast alle Fächer, seien enge Bezugspersonen der Schüler. "An Realschulen und Gymnasien stehen vertiefte Fachinhalte im Mittelpunkt."