Bayreuther Festspiele Waltz schlägt Tarantino als Wagner-Erneuerer vor

"Quentin wäre jemand für ein neues Bayreuth, absolut." Regisseur Tarantino sieht in seinem neuen Western Parallelen zur Nibelungensage. Nun bringt Schauspieler Christoph Waltz Tarantino für die Wagner-Festspiele ins Gespräch. Für irgendwie postmoderne Sagenvarianten.

In seinem neuen Film Django Unchained geht es um ganz große Gefühle - und natürlich um sehr viel Blut: Quentin Tarantino hat ein Faible für unkonventionelle Erzählstrukturen. Nun hat ihn Schauspieler Christoph Waltz als Erneuerer für die Wagner-Festspiele in Bayreuth vorgeschlagen. "Quentin wäre jemand für ein neues Bayreuth, absolut", sagte Waltz dem Magazin Focus. "Aber er müsste sein eigenes Bayreuth schaffen."

Der Österreicher Waltz sieht in Tarantino, in dessen Film Inglourious Basterds er einen Nazi mimte und dafür einen Oscar bekam, eine Art Gesamtkünstler im Wagner'schen Sinn. Seine Kunst sei zwar nicht auf einer Theaterbühne zu finden, sondern auf einer Filmleinwand, "ist aber durchaus als Gesamtkunstwerk zu verstehen - möglicherweise postmoderner Art".

Waltz hatte vor den Dreharbeiten zu Tarantinos neuem Film, der nun in die deutschen Kinos kommt, den US-Regisseur in die Oper mitgenommen: "Er hat jedenfalls plötzlich eine Analogie entdeckt, die mir als solche gar nicht so deutlich aufgefallen wäre", sagte Waltz.

Tarantino selbst hatte zuvor im SZ-Interview erklärt, er greife in dem Western Django Unchained auf die Nibelungensage zurück. "Ich habe anfangs noch gar nicht daran gedacht. Ich schreibe, schreibe, schreibe also, und irgendwann haben sie den 'Ring' in der Oper in Los Angeles gezeigt, und Christoph Waltz hat mich mitgenommen. Nach und nach habe ich dort die Parallelen zwischen der Siegfried-Geschichte und der Django-Geschichte erkannt. Ich dachte, mein Gott, das könnte klappen"', sagte er der Süddeutschen Zeitung. Für Aufsehen hatte Tarantino gesorgt, weil er die Sklaverei in Amerika, Thema in Django Unchained, mit dem Holocaust verglichen hatte.

Die Bayreuther Festspiele hatten vergangenes Jahr vor allem wegen angeblicher Nazi-Tattoos des Bassbaritons Schlagzeilen gemacht.

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