Opel Adam Provinzler für Städter

Opel will jetzt klein und schick sein. Neben Stadtzwergen wie dem VW Up soll der Opel Adam auch schicken Stadtmobilen wie dem Audi A1 Konkurrenz machen. Er will mehr sein als ein rundlicher Frauenversteher - seine Technik aber ist überholt und sein Preis ambitioniert.

Rüsselsheim ist deutsche Provinz. Trotzdem sprechen die Menschen in der hessischen Stadt den Namen des neuen Einstiegswagens von Opel mit großer Inbrunst auf Englisch aus: "Ädäm". Die Rüsselsheimer wissen: Kleine Stadtflitzer liegen im Trend. Neben Opel Agila und Opel Corsa soll der neue Opel Adam mit einer Länge von knapp 3,70 Metern in die Lücke stoßen, in der sich trendige Großstädter zu Hause fühlen. Ein Provinzler für die Städter.

Seine Weltpremiere feiert der in Eisenach produzierte Opel Adam auf dem Autosalon in Paris. Marktstart ist Anfang 2013.

(Foto: Adam Opel AG)

Damit tritt der Opel Adam, der mit drei Benzin-Motorisierungen von 70, 87 und 100 PS erhältlich ist, nicht nur gegen das junge Volkswagen-Konzerntriumvirat aus VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii an, sondern auch gegen Trendmobile wie den Fiat 500 oder die Modelle der Mini-Familie. Das dürfte sich auch preislich bemerkbar machen, denn Design und Ausstattung wollen sich die Adam-Schöpfer entsprechend bezahlen lassen. Einen Einstieg unter 10.000 Euro wie beim Volkswagen-Trio wird es daher nicht geben. Vielmehr dürfte sich der Opel Adam am bekannten Corsa orientieren, der in den offiziellen Verkaufslisten bei knapp 12.000 Euro startet.

Kanten statt Kurven

Der Opel Adam will mehr sein als ein rundlicher Frauenversteher mit Kulleraugen. Die ein oder andere muskelartig geformte Kante hat sich so an Front und Seitenlinie verloren. Nicht nur die optional kontrastfarbigen Bügel, die das Dach halten, erinnern an den Audi A1, gegen den Adam ebenfalls kämpft. Auch bei Ausstattungsdetails und Individualisierung kratzt der Adam an der Premiumkonkurrenz. Lenkradheizung, die drei verschiedenen Themenwelten Jam, Glam und Slam für den Innenraum, ein LED-Sternenhimmel oder das vernetzte Entertainmentsystem inklusive sieben Zoll großem Touchscreen-Bildschirm dokumentieren Opels Ambitionen, in die Klasse der feinen Kleinen aufzusteigen. Zudem gibt es Details wie Einparkautomatik oder Totwinkelwarner.

Da passt es schlecht ins Konzept, dass die Triebwerke mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum alles andere als modern sind, die Fahrzeuge nur optional über eine Start-Stopp-Automatik und serienmäßig nur über eine Fünfgang-Handschaltung verfügen. Mehr Hightech-Antriebe mit Turboaufladung kommen erst mit Verzögerung. Seine Weltpremiere feiert der im thüringischen Eisenach produzierte Opel Adam auf dem Autosalon in Paris. Marktstart ist Anfang 2013.