Vor 25 Jahren ging der BMW M3 an den Start und verdreht seitdem selbst gestandenen Familienvätern den Kopf.
Bei der BMW M GmbH kommt man aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Ende 2009 knallten die Korken zum 25. Jubiläum des M5, in diesem Jahr ist der M3 an der Reihe. Und zum Zelebrieren dieses ersten Vierteljahrhunderts luden die Bayern auf die Ascari-Rennstrecke in den Bergen hoch über Malaga. Doch alles der Reihe nach.
Anzeige
Wir blenden zunächst zurück in den Sommer 1990. Vier Jahre nach dem Debüt des ersten M3 versilberte BMW seine Motorsporterfolge mit dem Cecotto-Sondermodell und mit dem inzwischen zur Ikone gereiften Sport Evo, der aus dem 2,5-Liter-Vierzylinder stramme 238 PS herausholte. Schon damals galt das Hochdrehzahl-Konzept nicht nur für die bei 7000 Touren anliegende Nennleistung, sondern auch für das bei 4750 Umdrehungen eingepflockte Drehmoment-Gipfelkreuz. Keine Klimaanlage und kein Schiebedach trübten das Vergnügen, aber dafür gab es quietschrote Gurte und den besten Sound seit den Live-Konzerten von Spider Murphy.
Die zweite M3-Serie startete 1992 schaumgebremst mit einem 286 PS starken 3,0-Liter-Motor, der von null auf 100 km/h nur eine halbe Sekunde schneller beschleunigte als der charismatischere und sparsamere Sport Evo. Zusätzlich zum Cabrio hatte BMW damals die M3 Limousine aufgelegt, deren Auftritt allerdings kaum mehr Überholprestige in den Rückspiegel des Vordermanns zauberte als ein taxifarbener Touring.
Kein M3 war rarer als der auf 350 Exemplare limitierte GT, der trotz edler Ledersitze und grüner Sonderlackierung speziell für den Rennsport entwickelt worden war. Die 3,0-Liter-Maschine mobilisierte zwar fetzige 295 PS, doch das Drehmoment blieb nahezu konstant und das Sprintvermögen verbesserte sich nur um ein akademisches Zehntel.
Richtig gut war der M3 II eigentlich erst mit dem 3,2-Liter-Triebwerk, das exorbitante 7400 Umdrehungen bemühen musste, um die voll im Saft stehenden 321 PS durch die Schaltgassen zu jagen. Sequenziell-manuelles Getriebe, kurz: SMG, hieß die Zauberformel, mit der BMW von 1997 an die Kunden vom Technologietransfer aus dem Motorsport überzeugen wollte.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
- 25 Jahre BMW M5 Vier schwarze Schafe 08.11.2009
- Autoklassiker (23): Der Urahn des M5 Mister Frühreif 30.10.2009
- Fahrbericht: BMW M5 Touring Aber, seufzt das Über-Ich 23.03.2007
- BMW M3 Wolf im Wolfspelz 14.08.2002
- Fahrbericht: BMW M3 Donner und Doria 06.07.2007
- BMW M5 Auf Knopfdruck scharf 30.09.2011
- BMW M3 CRT Kohle-Raser 24.06.2011
"Schwarzbuch WWF"
Leider hatte BMW seinerzeit die M-Serie weitergeführt und nicht die Eta-Serie. Letztere eine wirkliche große technische Höchstleistung, erstere etwas was alle können: hohe Drehzahlen mit einem lauten, anfälligen Motor. Die M-Serie wurde wohl auch deshalb weitergeführt, da die BMW-Klientel eher "sportliche" Fahrzeuge mit hohen Geräuschpegel und großen Showeffekt mit z.B. großen verchromten Doppelrohr-Auspuffanlagen vorzieht (Auto zum Angeben, Poser-Mobil).
Die eta vereint quasi die Vorteile der Benzin- (große Laufruhe, geringe Geräuschemissionen, spontaner Antritt) und der Turbodieselmaschine (hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, geringer Verbrauch) ohne die jeweiligen Nachteile aufzuweisen.
Als Basis für die eta nahm man den 2,0 Liter – 6-Zylinder (M20B20, wobei M20 für die Motorengeneration 20 und B20 für den Hubraum von 2,0 Litern steht). Dieser sollte durch geeignete Optimierungsmaßnahmen im Verbrauch gesenkt werden unter Beibehaltung der Fahrleistungen. Um dies zu erreichen, wurde auf den hohen Drehzahlbereich komplett verzichtet, da hohe Drehzahlen immer einen hohen Verbrauch verursachen.
Der Eta bot schlichtweg nicht das "Feeling" eines typischen BMW mit seinem leichtfüßig und in die höchsten Drehzahlen dröhnend hochdrehenden 6-Zylinder. Der Drehfreude war durch das Niedrigdrehzahlkonzept der Garaus gemacht, der laute Motorsound wurde durch die Einrohr-Auspuffanlage mit großen Schalldämpfervolumina und dem serienmäßigen Katalysator zu einem Säuseln gebändigt.
Die Vorteile der ETAs in der Kurzübersicht:
•geringerer Kraftstoffverbrauch in allen Betriebspunkten
(durchschnittlich ca. 10 %)
•geringerer Geräuschpegel in allen Betriebspunkten
(durchschnittlich ca. 20 %)
•geringerer Verschleiß
(erhöhte Lebensdauer)
•gelasseneres Fahren durch erhöhte Beschleunigungsreserven bei niedrigen Drehzahlen
•durch Katalysator weniger Schadstoffausstoß und günstigere Steuereinstufung
•höherer Wiederverkaufswert
Was heißt das ??