Einstieg in die Elektromobilität Hybridantriebe als Brückentechnologie

Die Lösung heißt vorerst: Hybridautos. Es gab Zeiten, da lachte man über die Großversuche von Toyota, Verbrennungs- und Elektromotoren zu kombinieren. Hybrid - wie das schon klang. Inzwischen haben die meisten begriffen, dass es beim Thema Hybrid nicht unbedingt um botanische Experimente geht. Hybridantriebe sind so etwas wie die Brückentechnologie auf dem Weg hin zur reinen Elektromobilität. Der Übergang von der alten zur neuen Welt. Die Batterie für kurze Stadttrips, der Benzinmotor für den längeren Rutsch runter zum Gardasee.

In Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden laut Kraftfahrtbundesamt in Deutschland 21.483 Hybridfahrzeuge neu zugelassen - gegenüber 2956 reinen Elektroautos. Zwar fährt noch immer nur ein Bruchteil der deutschen Autos mit alternativen Antrieben, aber der Trend ist eindeutig. Deshalb kooperiert Renault mit dem japanischen Autohersteller Nissan; Milliarden stecken die beiden in neue Technologien. BMW hat sich mit Toyota zusammengetan, um zu lernen, wie man am besten Hybridantriebe baut.

Es ist eine Glaubensfrage. Die deutsche Industrie setzt nach langem Zögern auf Hybridautos und ein bisschen auf Elektrofahrzeuge. Selbst Porsche macht mit und bietet für 768.000 Euro einen Porsche 918 an. Es geht zögerlich los. Opel hat seinen Ampera, BMW will in einigen Monaten den deutschen Markt mit seiner neuen Marke BMW i aufmischen: Ein Auto mit Elektroantrieb aus leichtem Carbon. VW hat den VW e-up auf dem Plan. Bei reinen E-Autos liegen die französischen Hersteller Peugeot und Renault - eigentlich von der Euro-Krise schwer gebeutelt - heute vor den Deutschen. Ihr Kalkül: Rechtzeitig einsteigen - und dann morgen den europäischen Markt beherrschen.

Erste Zahlen sind ernüchternd

Strom-Modelle wie der Peugeot iOn oder die Renault-Modelle Fluence, Kangoo, Twizy und Zoe sind alles andere als Verkaufsschlager. Paris hilft nach: Wer sich in Frankreich für ein Elektroauto entscheidet, bekommt eine Prämie von 5000 Euro. Die großen Staatskonzerne des Landes machen mit und stellen sich reihenweise französische Elektroautos in ihre Fuhrparks. Die Deutschen schauen erst einmal zu. Es geht nicht darum, als Erstes loszufahren, sondern als Erster anzukommen, sagen die Manager. Und bis dahin werde es eh noch dauern.

Solange viele Fragen ungeklärt und Elektroautos zu teuer sind, fährt man also langsam und auf Sicht. Und doch investieren alle längst ihre Milliarden in die neuen Technologien: zum Beispiel Zulieferer wie Bosch, Hersteller wie VW, Daimler und BMW. Es sind Investitionen in die Zukunft, die sich rentieren. Vielleicht in einigen Jahren. Oder Jahrzehnten.