E-Bikes Worauf muss ich achten, wenn ich mit einem Elektrofahrrad fahre?

Heftig strampeln bei Gegenwind - für E-Bike-Nutzer gehört solche Mühsal dank Elektrounterstützung der Vergangenheit an. Aber auch das Fahrverhalten unterscheidet sich im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad. Das sollten Sie bei der Fahrt mit Pedelecs beachten.

Von Florian Maier

Viele neue Nutzer eines Elektrofahrrads neigen dazu, dieses wie ein normales Fahrrad zu behandeln. Allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass ein Pedelec oder E-Bike gegenüber einem herkömmlichen Fahrrad deutlich mehr wiegt und durch die technische Ausstattung einen Mehraufwand bei Pflege und Wartung mit sich bringt. Bevor es mit dem neuen Elektrofahrrad erstmals auf große Tour geht, sollte deshalb die Gebrauchsanleitung des Herstellers gründlich studiert werden, um sich mit dem Rad und insbesondere mit den Bedienelementen wie der Tachoeinheit vertraut zu machen.

Das muss vor der Fahrt überprüft werden

Ist diese Hürde genommen, sollte das Elektrofahrrad an die individuellen ergonomischen Bedürfnisse des Fahrers angepasst werden. Die Höhe des Sattels, die Höhe und/oder Neigung des Lenkers, falls sich dieser verstellen lässt, sowie die Bremsgriffe sollten so justiert sein, dass eine sichere und bequeme Sitzposition gewährleistet ist. Seriöse Fachhändler helfen E-Bike-Neulinge bei den Einstellungen. Es empfiehlt sich zudem, vor Fahrtantritt auch die Licht- und Bremsanlage auf ihre Funktion sowie den Ladestand des Akkus zu überprüfen.

Besonders wichtig ist bei den gewichtsintensiven Elektrofahrrädern der richtige Reifendruck. Die Sollwerte sind meist auf der Flanke des Reifens vermerkt. Der Druck sollte bei regelmäßigem Gebrauch mindestens alle zwei Wochen überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Geeignete, feste Kleidung sowie ein Fahrradhelm - wenn auch nicht bei allen Elektrofahrrädern Pflicht (mehr zu den Typen-Unterschieden in diesem Ratgeber-Text) sollten zur Grundausstattung bei jeder Ausfahrt gehören.

Verändertes Fahrverhalten beim Elektrofahrrad

Für E-Fahrrad-Neulinge empfiehlt es sich, das Fahrverhalten in einer verkehrsberuhigten Zone erst einmal in aller Ruhe kennenzulernen. Schließlich wiegen die meisten Pedelecs und E-Bikes mit 25 bis 30 Kilogramm deutlich mehr als normale Fahrräder und besitzen je nach Antriebskonzept und Akku-Positionierung einen veränderten Schwerpunkt. Der wirkt sich auf das Fahrverhalten aus (lesen Sie mehr dazu in diesem Ratgeber-Text) und verlängert unter Umständen auch den Bremsweg.

Auch die Schubkraft des Elektromotors ist, je nach Technik und Einstellung der Unterstützung, speziell beim Anfahren keinesfalls zu unterschätzen. Handelt es sich um ein Modell mit Bewegungssensor, reagiert der Elektromotor eventuell mit leichter Verzögerung, dann aber mitunter ruckartig. Ist man darauf im Straßenverkehr nicht vorbereitet, kann es zu Unfällen kommen. Sind bei dem erworbenen Modell hydraulische Felgen- oder Scheibenbremsen installiert, sollte man sich auch mit der Bremskraft in sicherer Umgebung vertraut machen. Denn diese Bremsanlagen verzögern stärker als normale Fahrradbremsen und verlangen vom Fahrer Feingefühl bei der Dosierung.

Besondere Vorsicht gilt auch beim Anfahren an einer Steigung. Handelt es sich um ein Pedelec, muss das Bike manuell in Gang gebracht werden, bevor der Motor unterstützend eingreifen kann. Ist die Steigung zu steil und der Benutzer hat nicht genügend Kraft, kann es auch hier zu Unfällen kommen. Generell gilt: Wer körperlich nicht mehr in bester Verfassung ist, sollte beim Pedelec auf eine Schiebehilfe nicht verzichten. Diese lässt das Elektrofahrrad auf Knopfdruck auch ohne Pedalarbeit mit bis zu sechs km/h anfahren. Auch Bergabfahrten sind bei einem Fahrrad mit Elektromotor mitunter problematisch. Durch das höhere Gewicht des Rads erreicht es höhere Geschwindigkeiten. Die Bremsen sollte man bei einer Abfahrt dosiert und wechselweise am Vorder- und Hinterrad einsetzen, um die Beläge nicht einseitig zu belasten.

Vorausschauendes Fahren im öffentlichen Straßenverkehr

Beim Betrieb eines Pedelecs oder E-Bikes im öffentlichen Straßenverkehr sollte man bedenken, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht sofort erkennen können, ob es sich um ein normales Fahrrad oder ein Elektrofahrrad handelt. Dadurch wird die Geschwindigkeit eines Pedelecs oder E-Bikes unter Umständen völlig falsch eingeschätzt, was gravierende Folgen haben kann. Eine angepasste Geschwindigkeit trägt daher speziell bei Fahrten im innerstädtischen Bereich zur Verkehrssicherheit bei. Weitere Infos zur sicheren Fahrt mit dem Pedelec und E-Bike gibt zum Beispiel die Fachzeitschrift des gemeinnützigen Vereins ExtraEnergy (hier).