Ducati und der VW-Konzern Ducati kann man nicht beschreiben, nur fühlen
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Die Panigale vereint von der 851 (ab 1988) über die hyperschöne 916er (1994), deren Geschwister 748, 996, 998 (bis 2002) und die im Design umstrittene, aber fahrerisch exzellente 999er bis zur 1098 und 848 (ab 2006), sowie der 1098 R und 1198 (ab 2008) Hightech und Eleganz. Sie ist mit der erstmaligen Abkehr vom sakrosankten Gitterrohrrahmen zugunsten eines - heiklen? - Alu-Monocoque-Chassis, eine technische Revolution. Erstmals pumpt ein Superquadro-Motor mit 112er-Kolben 195 PS aus nur zwei Zylindern über eine kettengesteuerte Desmodromik auf den Asphalt.
Was sich aus dem Erlebnis im Stand entwickelt, kann man nicht beschreiben. Eine Duc verstehen, heißt sie fahren, und zu hören. Sie rumort mitunter nimmer ganz TÜV-konform, aber unfassbar schön. Eine Sirene, akustisch ein Ohrenschmaus, optisch eine Augenweide, technisch ein Gedicht, pure Poesie. Dies Gesamtkunstwerk ist einmalig. Mögen andere vielleicht potenter, billiger, erfolgreicher sein, dies ist der Mythos von Ducati. Er ist zu Hause in der "terra di motori" zwischen Bologna und Modena, wo sie alle hocken, Bugatti, Islero, Ferrari, de Tomaso, Morini, Ducati in Bologna, Lamborghini in Sant' Agata/Bolognese - letztere beiden sind jetzt 30 Kilometer an der Via Modena beisammen.
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Tja, Ferdinand Piëch hat eine Panigale. Was mag in ihm denken, wüten, träumen? Es gibt wohl auch im Kommerz ein Unbewusstes, ein Irrationales. Reiz ist nicht nur Schönes in Bewegung. Schön ist auch, was zweckfrei gefällt und vergnügt. Piëch sei Dank bereichern das kunstgeschichtliche Bonmot und die ästhetische Maxime nun auch den Markt. Ducati ist ein Spielzeug gefälligen Vergnügens. Das geht bei der seit 1993 als Dauerseller zeitlosen Monster an und hört bei der jüngsten Superbike-Rakete, die mit Sportauspuff und Steuerungs-Chip mehr als 200 PS hat, nicht auf. Wer nicht als Bückling umherrasen will, kann auf ST-Tourer, Zweiventil-Motoren-Sportler oder verkappte Offroader alla Hypermotard, tourensportliche Multistradas und Powercruiser alla Diavel zugreifen.
Mögen sich orthodoxe Königswellen-Fans der alten Zweiventiler und Freaks neuer Vierventilmotoren, die der Taglioni-Zögling Massimo Bordi mit den Ingenieuren Farné und Mengoli erfunden hat, streiten. Was soll's. Ducati, das ist Anmut, Grazie und Speed. Und die Sehnsucht nach Stil.