Böller-Schäden am Auto Mit Politur gegen das Schwarzpulver

Raketen, Knaller oder Böller können Autobesitzern in der Silvesternacht viele Sorgen bereiten. Der Verursacher eines Schadens lässt sich inmitten des Trubels selten ermitteln. Immerhin: Dass ein Auto wegen einer Rakete Feuer fängt, ist fast ausgeschlossen.

Von Sascha Gorhau

Millionen von Feuerwerkskörpern wurden in der Silvesternacht auf deutschen Straßen gezündet. Geschätzte 115 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete die pyrotechnische Industrie mit der vergangenen Jahreswende allein in Deutschland. Die Gefahr für Autos, die sich zu dieser Zeit auf den Straßen befanden, ist jedoch vergleichsweise gering. "Werden die frei im Handel erhältlichen Feuerwerkskörper richtig benutzt, besteht keine Gefahr," sagt Jaqueline Demme vom ADAC. Doch in der Realität brennen die Silvesterschützen viele Feuerwerkskörper unsachgemäß ab.

Sollte das Auto in Mitleidenschaft gezogen worden sein, so muss grundsätzlich der Verursacher Schadensersatz leisten. Doch diese Personen zu ermitteln, ist im Feiertrubel oft schwierig.

Fahrzeugwäsche und Lackpolitur helfen in den meisten Fällen

Meist können eventuelle Schäden durch Feuerwerkskörper selbst ausgebessert werden. Selten richten ausgebrannte Raketen und andere Knaller größere Schäden an. Reste von Schwarzpulver lassen sich meist durch eine gründliche Wäsche beseitigen. Hartnäckige Spuren und leichte Verbrennungen in der Lackoberfläche lassen sich mit einer hochwertigen Politur beseitigen. Die Fahrt zur Lackiererei ist erst bei wirklich großen Lackschäden notwendig, wenn eine Rakete das Auto zum Beispiel direkt nach dem Start getroffen hat.

Sind die Beschädigungen schwerer und bedürfen einer Reparatur durch eine Fachwerkstatt, dann muss der Fall der Versicherung gemeldet werden. Die Teilkasko kommt für Schäden am Lack, zerbrochene Scheiben oder einen Autobrand auf. Allerdings kann es sein, dass eine vereinbarte Summe an Selbstbeteiligung fällig wird. Zu einer Rabattrückstufung kommt es dann nicht, obwohl die Versicherung den Schaden reguliert.

Wird das Fahrzeug mutwillig beschädigt und der Schuldige nicht ermittelt, trägt die Vollkaskoversicherung die Kosten. Die Versicherung zahlt jedoch nur, wenn der Verantwortliche unerkannt bleibt.

Kaum ein Fahrzeug brennt tatsächlich ab

Cabrios mit Stoffdächern tragen zu Silvester ein besonderes Risiko, denn die Stoffhaut ist empfindlich und anfällig für Brandlöcher und Flecken. Im Normalfall zahlt die Teilkasko-Versicherung Schäden am Stoffdach durch glimmende Raketenreste nämlich nicht.

Ein Totalschaden am Auto ist jedoch fast unmöglich. "Dass ein Fahrzeug wegen eines Feuerwerkskörpers abbrennt, ist so gut wie ausgeschlossen," sagt Demme.