Autokauf Wie viel Rabatt ist beim Neuwagen drin?

Bei Neuwagen sind hohe Rabatte drin - wenn sich Autokäufer an ein paar Grundregeln halten. Im Bild: ein Opel-Händler in Köln.

(Foto: dpa)

Autohersteller buhlen um die Gunst der Kunden: Sonderaktionen, Vergünstigungen und Rabatte gibt es in nahezu jedem Autohaus. Doch wie viel Preisnachlass ist beim Neuwagenkauf tatsächlich möglich?

Von Florian Maier

Schon seit Jahren überbieten sich die Hersteller mit Rabatten beim Neuwagenkauf. Wie die aktuellen Zahlen des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen zeigen, können Neuwagen-Interessenten auch im Jahr 2017 profitieren. Der Durchschnitts-Rabatt für die 30 verkaufsstärksten Automodelle Deutschlands lag im Februar 2017 demnach um 30 Prozent höher als im Januar 2010.

Wieviel Rabatt-Prozentpunkte im Einzelfall erzielt werden können, lässt sich zwar pauschal nicht sagen. Der Blick auf verschiedene Angebote zeigt jedoch, dass bis zu 30 Prozent gegenüber dem Listenpreis im Bereich des Möglichen liegen. Welche Kriterien die Höhe des Abschlags beeinflussen - ein Überblick.

  • Kauf-Abwicklung: Ein wichtiger Faktor ist die Kaufabwicklung. Wer beim Händler bar bezahlt, kann in der Regel mit einem sogenannten "Barzahler-Rabatt" in Höhe von drei Prozent rechnen. Allerdings sind laut einer Studie des ADAC beim Neuwagenkauf im Internet durchschnittlich rund fünf Prozent mehr Rabatt als bei einem Kauf im Autohaus möglich (wichtige Infos zum Neuwagenkauf im Internet lesen Sie hier). Wer an einem Online-Kauf kein Interesse hat, sollte die Angebote der Händler und Hersteller gründlich vergleichen. Sondermodell-Aktionen und Angebote zur zinslosen Finanzierung eines Neuwagens (Null-Prozent-Finanzierung) bieten viele Hersteller - insbesondere bei neuen Modellen ein probates Mittel, um den Absatz anzukurbeln.
  • Modell-Eigenschaften als Rabatt-Garant: Eine entscheidende Rolle bei der Höhe des Rabatts spielt das Neuwagen-Modell selbst. Bei Fahrzeugen im niedrigen und mittleren Preissegment sind in der Regel großzügigere Abschläge möglich als bei Automobilen der Ober- und Luxusklasse. Besonders hohen Preisnachlass können Sie zudem bei eher absatzschwachen Modellen erwarten. Auch Automobile, die demnächst von einem Nachfolge-Modell abgelöst oder im Rahmen einer Modellpflege überarbeitet werden, versprechen höhere Rabatte. Erkundigen Sie sich im Vorfeld in der Fachpresse gründlich über Neuwagen, die für Sie interessant sind. Wie entwickeln sich die Absatzzahlen? Wann ist mit einem Nachfolger beziehungsweise einem Facelift zu rechnen? Aktuell liegen die Modellzyklen von Autos bei etwa sieben Jahren. Etwas nach der Hälfte der Zeit gibt es eine große Modellpflege. Die bringt meist nur kleine optische Retuschen, aber recht umfangreiche technische Änderungen, zum Beispiel überarbeitete Motoren, ein besseres Bedienkonzept etc.
  • Abstriche bei der Ausstattung: Ist man als Kunde bereit, bei der Ausstattung Abstriche zu machen, erschließen sich weitere Rabatt-Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte ein sogenanntes "Lagerauto" für Sie interessant sein. Dabei handelt es sich um Automobile, die bereits beim Hersteller vorrätig sind. Diese können nicht mehr individuell konfiguriert werden, versprechen aber großzügige Rabatte und kurze Lieferzeiten. Hohe Rabatte und Preisnachlässe gewähren Händler auch auf Vorführwagen und Tageszulassungen. Vorführwagen stehen zur Ausstellung im Autohaus oder werden für Probefahrten genutzt. Achten Sie darauf, dass der Kilometerstand in einem für Sie vertretbaren Rahmen liegt. Bei Tageszulassungen handelt es sich um Neuwagen, die vom Händler aus verkaufstaktischen Gründen bereits zugelassen wurden. Ein Neuwagen mit Tageszulassung hat in der Regel wenig bis gar keine Kilometer auf dem Tacho, bietet jedoch großes Rabatt-Potential. Auch Importe oder Reimporte sind bei der Suche nach rabattstarken Neuwagen-Modellen zu nennen. Diese Fahrzeuge werden aufgrund der geringeren Steuerlast im Ausland zum Teil erheblich günstiger angeboten als in Deutschland (worauf Sie beim Kauf eines Import- oder Reimport-Neuwagens achten sollten, lesen Sie hier).
  • Berufs-Rabatte und Inzahlungnahme: Zudem sollten Sie auch ihre persönlichen Voraussetzungen beim Autokauf nicht außer Acht lassen. Erkundigen Sie sich beim Händler zum Beispiel nach möglichen Firmen-Rabatten. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe (etwa Beamte oder Journalisten) oder ein Behindertenausweis können den Kaufpreis ebenfalls mindern. Durch die Inzahlungnahme Ihres alten Autos können Sie beim Neuwagenkauf zusätzlich sparen. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten indirekten Rabatt. Viele Händler sind bei der Begutachtung des alten Wagens besonders großzügig, wenn für sie die Aussicht besteht, einen Neuwagen zu verkaufen. Wichtig ist dabei, über eine Inzahlungnahme des alten Autos erst zu verhandeln, wenn der Kaufpreis des Neuwagens bereits feststeht.