Abgaswerte Renault ruft wegen zu hoher Abgaswerte Autos zurück

"Die Tests waren nicht ausreichend": 15 000 Renault-Fahrzeuge müssen wohl zurück in die Werkstatt.

(Foto: REUTERS)
  • Der französische Autohersteller Renault ruft 15 000 Fahrzeuge zur Anpassung an die Abgasvorschriften zurück.
  • Der französischen Regierung zufolge ist Renault nicht der einzige Autohersteller, der Abgasnormen verletzt.
  • Seit Bekanntwerden des VW-Skandals um geschönte Abgaswerte bei Diesel-Autos stehen auch andere Firmen unter besonderer Beobachtung.

Auch Opel könnte betroffen sein

Wenige Tage nach einer Razzia bei Renault bestellt der französische Autobauer der Pariser Regierung zufolge mehr als 15 000 Fahrzeuge zur Anpassung an Abgasvorschriften in die Werkstätten ein. Dabei solle die korrekte Funktion von Filtersystemen auch bei sehr niedrigen und sehr hohen Temperaturen sichergestellt werden, sagte Umweltministerin Ségolène Royal dem Radiosender RTL.

Unter diesen Bedingungen habe es Probleme gegeben. Renault sei aber nicht der einzige Hersteller, dessen Fahrzeuge Abgasnormen verletzten. Namen nannte sie nicht. Nach einem Bericht von Les Echos soll auch Opel betroffen sein.

Vier Monate nach Bekanntwerden des VW-Skandals hatten Durchsuchungen bei Renault jüngst für neue Unruhe in der Branche gesorgt. Die Razzien hatten die Renault-Aktie auf Talfahrt geschickt, auch die Kurse von Konkurrenten wie VW, Peugeot, BMW und Daimler gaben deutlich nach.

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Der VW-Skandal betrifft die ganze Branche

Europas größter Autohersteller Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Stickstoffwerte bei Diesel-Autos geschönt zu haben. Seit dem Bekanntwerden der Manipulation steht auch die Konkurrenz unter besonderer Beobachtung von Behörden, Justiz und Öffentlichkeit. Bei Renault hatte Ministerin Royal einen Betrug mit manipulierter Software allerdings ausgeschlossen.

Renault hat für die kommenden Wochen einen Plan zur Reduzierung der Abgase seiner Diesel-Fahrzeuge unter echten Fahrbedingungen angekündigt. Bei einer Stichprobe in Frankreich hatten Diesel-Modelle die geltenden Normen für CO₂ und Stickoxid überschritten.

"Unter den Testbedingungen des Genehmigungsverfahrens erfüllen unsere Fahrzeuge die Abgasnormen", hatte Verkaufschef Thierry Koskas am Montag gleichzeitig betont. Bei den Emissionen im realen Straßenverkehr gebe es aber Unterschiede zu den im Testverfahren gemessenen Werten. Der Abgas-Skandal bei VW hatte den deutschen Autobauer in die schwerste Krise der Konzerngeschichte gestürzt und die Emissionen von Diesel-Fahrzeugen in der ganzen Branche zum Thema gemacht.

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