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Forschungsbericht:Deutschland investiert Milliarden in Forschung und Entwicklung

Bundesbericht Forschung und Innovation 2016

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) stellt in Berlin den Bundesbericht Forschung und Innovation 2016 vor.

(Foto: dpa)

Knapp 84 Milliarden Euro haben Staat, Wirtschaft und Wissenschaft in Forschungsprojekte investiert. Der jetzt vorgestellte Bundesbericht zeigt aber auch: Einige Bereiche profitieren besonders von dem Geld.

Nie zuvor hat Deutschland so viel Geld in seine Innovationskraft gesteckt: Knapp 84 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung verzeichnet der aktuelle Bundesbericht Forschung und Innovation, kurz BUFI, für das jüngste Berechnungsjahr 2014. Das Papier, welches das Bundesforschungsministerium federführend alle zwei Jahre erstellt, wurde am Mittwoch vom Kabinett in Berlin beraten und anschließend von Ministerin Johanna Wanka vorgestellt. Zwei Drittel des investierten Geldes stammen aus der Wirtschaft.

Die Mathematikprofessorin hob neben der wachsenden Summe an Forschungsgeld vor allem hervor, wie gut sich das Forschungsland Deutschland im internationalen Vergleich positioniert habe. So würden in der Bundesrepublik doppelt so viele Patente pro Einwohner angemeldet wie in den USA. Außerdem gehöre jede sechste Publikation deutscher Wissenschaftler zu den zehn Prozent der weltweit am häufigsten zitierten Veröffentlichungen. Nach wie vor belege die Bundesrepublik eine Spitzenposition im Export von Hightech-Gütern, auch wenn man den ersten Platz an China habe abgeben müssen.

"Der Wettbewerbsdruck steigt"

Die Ministerin deutete jedoch auch einige Schwächen des Forschungsstandorts Deutschland an. Zum Beispiel fließt das meiste Geld Wanka zufolge aus nur wenigen Branchen, die in der Forschung daher überproportional große Bedeutung haben - vor allem Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Chemie und Maschinenbau seien davon betroffen. Unerwartete Entwicklungen in diesen Branchen hätten deshalb besonders starke Auswirkungen auf die Forschung insgesamt.

Und all das in einem internationalen Umfeld, das wenig Raum für Fehler lässt. "Der Wettbewerbsdruck steigt", sagt die Bundesministerin. Grundsätzlich bewertet sie den fast 800 Seiten umfassenden, mehr als 2700 Gramm schweren Bericht jedoch als positiv. Und obwohl die Beratung im Kabinett nicht öffentlich war, steht Johanna Wanka mit dieser Auffassung wohl auch nicht alleine da. "Wir freuen uns", sagt die Ministerin.

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