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Wetterkontrolle:Die Regenmacher

Schon immer hatten Menschen den Wunsch, das Wetter zu kontrollieren. Ein Team von Physikern hat jetzt immerhin Regentropfen erzeugt - mit Hilfe der Lasertechnik.

Physiker von der Freien Universität Berlin haben womöglich eine neue Technik entdeckt, gezielt Regen auszulösen. Sie lassen Wasserdampf mit einem Hochleistungslaser zu größeren Tröpfchen kondensieren.

Regenwolken, dpa

Schon immer hatten Menschen den Wunsch, das Wetter zu kontrollieren.

(Foto: Foto: dpa)

Dieses gelang ihnen mit Kollegen der Universitäten Genf und Lyon zunächst im Labor, wo sie Luft mit einem besonders hohen Wassergehalt in eine Kammer füllten und mit kurzen Blitzen von intensivem Infrarotlicht bestrahlten.

Für das bloße Auge sichtbar bildeten sich größere Wassertropfen; Messgeräte bestätigten die Beobachtung.

Weil die Luft der Atmosphäre einen viel geringeren Wassergehalt hat, machten die Forscher der Teramobile-Kollaboration danach Versuche unter freiem Himmel (Nature Photonics, online).

Hier schickten sie dem Infrarotblitz eine Millisekunde später einen Laserstrahl aus grünem Licht hinterher. Dieser erfasste in einer Höhe von bis zu 150 Metern, wie viele Partikel in der Größe von Wassertropfen in der Luft waren.

Im Bereich von 45 bis 75 Metern, wo der Infrarotlaser die Luftmoleküle ionisiert hatte, fanden die Forscher deutlich mehr Partikel. "Bevor wir Regen erzeugen können, müssen wir erst die Ursache für diese Effekte verstehen", sagt Kamil Stelmaszczyk, Mitglied der deutschen Arbeitsgruppe.

Das Team hatte vor zwei Jahren bereits versucht, Laser als Blitzableiter für Gewitterwolken zu nutzen. Bisher gibt es kaum zuverlässige Methoden, das Wetter zu beeinflussen. Bei den Olympischen Spielen 2008 hatten die Chinesen Wolken mit Silberjodid geimpft, damit sie sich vor den Stadien abregneten.

© SZ vom 04.05.2010/hepu/cosa

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