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Weltraum:Fast ein Stern

Astronomen haben einen riesigen Gasplaneten entdeckt, der heißer ist als viele Sterne. Seine Zukunftsaussichten sind allerdings düster: Vermutlich wird er von seinem noch viel heißeren Stern in Zukunft stark verkleinert - oder gar ganz vernichtet.

Von Marlene Weiß

Astronomen haben im All einen riesigen Gasplaneten entdeckt, der heißer ist als die meisten Sterne. Der Himmelskörper namens KELT-9b glüht an seiner Oberfläche mit einer Tages-Temperatur von mehr als 4300 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Sonne bringt es an der Oberfläche auf rund 5500 Grad Celsius - dabei ist ihr Inneres immerhin ein mächtiger Kernfusions-Reaktor. Der neu entdeckte Planet jedoch, 2,8 Mal so massiv wie der Gasriese Jupiter, wird nur von seinem Zentralgestirn KELT-9 äußerlich beschienen. Im Fachmagazin Nature berichten die Forscher um Scott Gaudi von der Ohio State University, dass der Planet seinem Stern - ähnlich wie der Mond der Erde - stets die gleiche Seite zuwendet. Diese wird dadurch stark aufgeheizt. Der Zentralstern selbst ist fast 10 000 Grad heiß. Er bombardiert die Tag-Seite seines Planeten offenbar mit heftiger ultravioletter Strahlung. Für das Schicksal des Planeten lässt das nichts Gutes ahnen: Die Strahlung könnte nach und nach die Gashülle des Planeten verdampfen lassen, bis nur ein Felskern übrig ist - falls er denn einen hat. Oder aber der Stern bläht sich zuvor zu einem Roten Riesen auf, und verschlingt den Planeten dabei.

© SZ vom 07.06.2017
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