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Verhaltensbiologie:Zyklus der Gewalt

Immer wieder misshandeln Nazca-Tölpel den Nachwuchs ihrer Nachbarn. Diese Jungen verhalten sich als Erwachsene dann ebenso. Wissenschaftler sehen darin einen ersten Beleg für einen Zyklus der Gewalt im Tierreich. Psychologen kennen das Phänomen bisher nur von misshandelten oder sexuell missbrauchten Kindern.

Ein Muster der Aggression zieht sich bei den Nazca-Tölpeln durch die Generationen.

Nazca-Tölpel

Ein Nazca-Tölpel.

(Foto: NOAA)

Die Vögel leben in großen Kolonien auf Inseln vor der Pazifikküste Lateinamerikas und Galapagos. Sind beide Eltern zum Fischen auf See, warten die Kleinen oft in ihren Nestern.

Dann nähern sich nicht verwandte erwachsene Vögel und suchen Kontakt zu den Jungtieren. Die Begegnungen können positiv ausfallen, oft werden die Küken aber attackiert.

Forscher der Wake Forest University in North Carolina haben nun erkannt, dass die misshandelten Vögel als Erwachsene selbst die Küken von Nachbarn oder Fremden angreifen (The Auk, online).

Dies sei der erste Beleg für einen Zyklus der Gewalt im Tierreich. Psychologen kennen das Phänomen bisher nur von misshandelten oder sexuell missbrauchten Kindern.

© SZ vom 09.08.2011/mcs

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