Sterbender Stern:Finale als galaktische Seifenblase

Sterbender Stern

Der Südliche Eulennebel im Sternbild Wasserschlange: die gigantische Gaswolke stammt von einem sterbenden Stern

(Foto: dpa)

Was aussieht wie eine Seifenblase im All, ist die Gashülle eines sterbenden Sterns. Mit dem Foto gibt die Europäische Südsternwarte einen Vorgeschmack auf das Schicksal der Sonne.

Bilder aus dem Weltall sind ja oft von surrealer Schönheit, ein besonders anschauliches Beispiel hat die Europäische Südsternwarte Eso gerade veröffentlicht. Was aussieht wie eine Seifenblase, ist die abgestoßene Hülle einer sterbenden Sonne.

Im Eso-Katalog spricht die Sternwarte recht nüchtern von einem "Planetarischen Nebel" mit der Nummer ESO 378-1. Ein solcher Nebel entsteht, wenn ein alternder Stern anfängt, Gas auszustoßen. Die abgestoßene Gashülle legt den heiß glühenden Kern des Sterns frei, der intensive UV-Strahlung aussendet. Diese Strahlung bringt das Gas zum Leuchten. Und zeigt so das Vergehen des Sternes an.

Gemessen an kosmischen Maßstäben sind solche Nebel ein sehr kurzlebiges Phänomen, das bereits nach einigen zehntausend Jahren wieder verblasst, wenn das Gas auseinandertreibt und der zentrale Stern dunkler wird. Im Verhältnis zur Lebensdauer seines Sterns sei ein Planetarer Nebel etwa so kurzlebig wie eine Seifenblase verglichen mit der Lebensspanne eines Menschen, schreiben die Eso-Forscher.

Auch die Sonne wird ihre Gashülle abstoßen

Damit sich überhaupt ein solcher Nebel bilden kann, muss der alternde Stern eine Masse von weniger als dem Achtfachen der Sonne haben. Schwerere Sterne beenden ihr Leben dramatischer - in einer Supernova-Explosion.

Die schimmernde Kugel auf dem Foto trägt den Spitznamen "Südlicher Eulennebel" und hat einen Durchmesser von fast vier Lichtjahren. ESO 378-1 befindet sich im Sternbild Hydra, der weiblichen Wasserschlange.

Planetare Nebel sind reich an Kohlenstoff, Stickstoff und schwereren Elementen, die bei der Kernfusion in Sternen gebacken werden. Sie spielen daher eine wichtige Rolle bei der Anreicherung des Weltalls mit Baumaterial für neue Sterne und Planeten. Wie der Zentralstern des Südlichen Eulennebels wird auch die Sonne in einigen Milliarden Jahren ihre Gashülle abstoßen und als sogenannter Weißer Zwerg allmählich ausglimmen.

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