Schwere Vorwürfe gegen Stammzell-Forscher:Der Studienleiter räumt Fehler ein

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Studienleiter Mitalipov räumte auf der Online-Nachrichtenseite Nature News ein, dass sein Artikel einfache Fehler enthalte. Sie seien durch zu große Eile passiert. Er habe den Erstautor kontaktiert, der die Daten für die Veröffentlichung zusammen gestellt habe. Mit der Zeitschrift Cell werde er über eine Korrektur diskutieren. Zugleich betonte Mitalipov: "Die Ergebnisse sind real, die Zelllinien sind real, alles ist real."

Shoukhrat Mitalipov

Studienleiter Shoukhrat Mitalipov muss sich wegen Fehlern in der Arbeit verantworten.

(Foto: dpa)

Dass Abbildung mehrfach auftauchten, sei ein Beschriftungsfehler in der Legende, so Metalipov. Die ungewöhnlich hohe Übereinstimmung in der Gen-Aktivität verschiedener Zellen sei hingegen so beobachtet worden. Das könne jeder in den Rohdaten selbst überprüfen.

"Die Rohdaten helfen hier aber nicht viel, um die Fragen zu klären", sagt Adjaye, der die außergewöhnliche Übereinstimmung als schwersten Kritikpunkt wertet. "So etwas ist absolut unmöglich." Das müssten Forscher, die ihr Manuskript bei Cell einreichen, ebenso wissen wie die Gutachter der Zeitschrift. Für den Fall, dass es sich bei den beanstandeten Daten um eine Fälschung handeln sollte, sagt Adjaye: "Dann müssten die Forscher sehr naiv gewesen sein zu glauben, mit so etwas durchzukommen."

Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass eine weltweit beachtete Studie zum Klonen menschlicher Embryos und daraus gewonnener Stammzellen unter Fälschungsverdacht gerät. Die derzeitige Diskussion erinnert an den Fall des Südkoreaners Hwang Woo Suk. Er hatte vor neun Jahren behauptet, embryonale Stammzellen aus einem geklonten Embryo gewonnen zu haben. Kurz darauf wurde er als Fälscher entlarvt.

Embryonale Stammzellen

Wie embryonale Stammzellen gewonnen werden.

(Foto: SZ-Grafik)
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