bedeckt München
vgwortpixel

Schweinegrippe-Erreger H1N1:Mit dem Virus leben

Die Schweinegrippe tritt wieder auf - einen Grund zur Hysterie gibt es aber nicht: Zwar wird der H1N1-Erreger auch in den nächsten Wintern Opfer fordern, die Gefahr einer Pandemie besteht jedoch nicht mehr.

Erstaunen und Erschrecken - mit diesen Emotionen haben viele Menschen auf die Nachricht reagiert, dass in Niedersachsen zwei Menschen an Schweinegrippe gestorben sind. Hatte die Weltgesundheitsorganisation das Virus im vergangenen Sommer nicht offiziell für besiegt erklärt? Fängt nun alles wieder von vorne an, auch die Hysterie, sobald mehr als zwei Menschen beisammen stehen?

Zwei Menschen in Goettingen an Schweinegrippe gestorben

Der Influenza-Erreger des Typs H1N1 macht wieder Schlagzeilen, seit in Niedersachsen zwei mit der sogenannten Schweinegrippe infizierte Menschen starben.

(Foto: dapd)

Ein klares Nein beantwortet beide Fragen. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte im August lediglich, die Schweinegrippe sei nun keine Pandemie, keine weltumspannende Krankheit mehr. Dass das Virus mit dieser Herabstufung aus der Welt verschwunden sei, davon war jedoch aus gutem Grund nie die Rede. Im Gegenteil: Mit dem Winter 2010/11 würde das H1N1-Virus zurückkehren - diese Prognose war sicherer als eine Wettervorhersage für den nächsten Tag.

Dass sie sich nun bewahrheitet hat, muss niemanden in Panik versetzen. Wie viele andere Opfer zuvor litt zumindest der eine Verstorbene unter einer Vorerkrankung. So etwas macht einen Tod nicht weniger schlimm. Es zeigt aber, dass das Virus nicht gefährlicher geworden ist. Schon immer bedrohte der Erreger besonders geschwächte Menschen.

Vor allem lehrt die Nachricht, sich schnellstmöglich an einen Gedanken zu gewöhnen: Das Schweinegrippe-Virus ist in der Welt, es wird so schnell nicht wieder verschwinden, sondern in den kommenden Wintern immer wieder Todesopfer fordern. Das Risiko der Krankheit übersteigt aber bislang nicht jenes etlicher anderer Infektionen. Alljährlich sterben in Deutschland im Durchschnitt mehr als 10.000 Menschen an der sogenannten normalen Grippe - weitgehend ohne mediale Beachtung.