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Raumfahrt:Zwei ausgediente Satelliten verfehlen sich knapp

Der IRAS-Satellit kreist seit 1983 im Orbit

(Foto: AFP)
  • Bei den Satelliten handelte es sich um ein astronomisches Infrarot-Teleskop und einen Forschungssatelliten.
  • Messungen von Bodenstationen zeigen, dass die beiden Satelliten sich in der Nacht zum Donnerstag 900 Kilometer Höhe über der US-amerikanischen Stadt Pittsburgh knapp verfehlt haben.
  • Eine Kollision hätte viel Weltraumschrott erzeugt, wäre aber keine Gefahr für das Leben auf der Erde gewesen.

Zwei ausgediente Satelliten haben sich in der Nacht zum Donnerstag im Erdorbit knapp verfehlt. Bodenstationen melden, dass eine befürchtete Kollision ausgeblieben ist. Ein Zusammenstoß hätte größere Mengen Weltraumschrott im Erdorbit hinterlassen. Bei den Satelliten handelte es sich um ein astronomisches Infrarot-Teleskop, das 1983 ins All gestartet ist, sowie einen weiteren Forschungssatelliten, der seit 1967 im All ist und einst Schwerkraftmessungen durchgeführt hat. Beide Satelliten sind von den USA gebaut und ins All geschossen worden. Der größere der beiden hat die Ausmaße eines Kleinlasters.

Genaue Messungen hatten gezeigt, dass die Bahnen der beiden Satelliten sich am Donnerstag 0:39 Uhr deutscher Zeit in 900 Kilometer Höhe über der US-amerikanischen Stadt Pittsburgh kreuzen könnten. Da sich die Objekte mit 53 000 Kilometer pro Stunde relativ zueinander bewegen, ließ sich der Kreuzungspunkt nur auf ein Dutzend Meter genau berechnen. Ein Zusammenstoß war also möglich, obgleich die Wahrscheinlichkeit im Prozentbereich lag. Einer der beiden Satelliten hat zu Stabilisierungszwecken eine 18 Meter lange Stange an Bord, was die Möglichkeit eines Zusammenstoßes erhöhte. Der Zwischenfall zeigt, dass Zusammenstöße im erdnahen Weltraum möglich sind und in Zukunft vermutlich häufiger vorkommen.

Von Nordamerika aus war mindestens einer der beiden Satelliten mit einem normalen Binokular zu sehen, berichten Astronomie-Webseiten. Wären die beiden Raumfahrzeuge kollidiert, hätte das kurzzeitig einen weithin sichtbaren Blitz am Himmel erzeugt. Der entstehende Weltraumschrott würde jedoch im Orbit verbleiben und in Zukunft eher eine Gefahr für andere Satelliten darstellen als eine Bedrohung für das Leben auf der Erde.

Korrektur: Eine frühere Version dieses Textes besagte, dass die mögliche Kollision in der Nacht zum Freitag bevorsteht. Das war ein Fehler. Der Beinahe-Zusammenstoß geschah bereits in der Nacht zum Donnerstag.

© SZ.de/fehu
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