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Marder unter der Motorhaube:Was gegen Automarder hilft

Unmittelbar beschädigte Teile wie Schläuche oder Kabel ersetzt zwar meist die Versicherung. Überhitzt aber der Motor, weil ein Kühlschlauch zerbissen ist, muss der Autobesitzer selber zahlen, sofern er keine Zusatzversicherung gegen Marderschäden abgeschlossen hat, warnt der Automobil-Club.

Die Begeisterung für Autos ist nicht gleichmäßig über alle Arten der Marderfamilie verteilt, zu der auch Wiesel, Otter, Dachse und Iltisse gehören. Fast alle Attacken gehen von Steinmardern aus, die sich als Kulturfolger dem Menschen angeschlossen haben. Sie kommen mittlerweile in Städten zehnmal häufiger vor als im Wald.

Vorbeugen kann der Autofahrer ihren Angriffen nur mit wenigen Mitteln effektiv. Die meisten Maßnahmen sind indes völlig nutzlos, wie eine Studie des Arbeitskreises Wildbiologie der Universität Gießen im Auftrag von Audi, Daimler-Benz und BMW ergeben hat. Die Tiere lassen sich demnach lediglich durch mechanische Schutzvorrichtungen und Hochspannungsgeräte abhalten. Geruchsstoffe und akustische Abwehrgeräte wirken dagegen nicht.

"Der häufig gehörte Tipp, Duftstoffe wie WC-Steine oder Mottenkugeln zu nutzen, um das Tier zu vertreiben, kann die Situation nur verschlimmern", bestätigt auch Goris. "Eine Motorwäsche ist eine wesentlich effektivere Abwehrmaßnahme." Auch die Ummantelung der Kabel mit bissfesten Hartkunststoffen könne helfen.

Zu einem wesentlich einfacheren, allerdings nur begrenzt effektiven Trick rät der Naturschutzbund: Autofahrer sollten ein auffällig gefärbtes Stück Maschendraht unter ihr parkendes Auto legen. Da Marder vorsichtig sind und unbekannte Gegenstände meiden, hält der Draht die Tiere davon ab, in den Motorraum zu schlüpfen. Zumindest so lange, bis sie sich an seine Anwesenheit gewöhnt haben.

© SZ vom 05.08.2011/mcs
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