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Konvertierter Klimaskeptiker:Was hat die Erwärmung ausgelöst?

Der historische Verlauf der Temperaturen, den wir rekonstruiert haben, zeigt abrupte Abfälle, die zu bekannten Vulkanausbrüchen passen. Die während solcher Eruptionen ausgeworfenen Partikel reflektieren das Sonnenlicht, erzeugen wunderschöne Sonnenuntergänge und kühlen die Erde einige Jahre lang ab. Es gibt kleine, schnelle Veränderungen, die sich auf El-Niño-Ereignisse und andere Meeresströmungen wie den Golfstrom zurückführen lassen. Wegen dieser natürlichen Schwankungen ist das "Abflachen" der Temperaturkurve in jüngerer Zeit, das manche Kritiker anführen, in unseren Augen nicht statistisch aussagekräftig.

Was hat die allmähliche, aber systematische Erwärmung um 1,4 Grad Celsius ausgelöst? Wir haben versucht, die gemessene Temperaturentwicklung durch einfache mathematische Funktionen (Exponentialkurven und Polynome) auszudrücken, um die Daten mit der Sonnenaktivität oder der Bevölkerungsentwicklung zu erklären. Die beste Übereinstimmung zeigten jedoch Aufzeichnungen von atmosphärischem Kohlendioxid, gemessen in aktuellen Luftproben und älterer Luft, die als Bläschen in polarem Eis eingeschlossen ist.

Sehr wichtig ist auch, dass unsere Analyse weit in die Vergangenheit reicht. Wir konnten daher nach den Fingerabdrücken solarer Variabilität suchen. Ein solcher Fingerabdruck fehlt. Der IPCC hatte noch die Möglichkeit beschrieben, dass Veränderungen des eingestrahlten Lichts die kleine Eiszeit beendet haben könnten - eine kühle Phase vom 14. Jahrhundert bis ungefähr 1850. Unsere Daten sprechen aber sehr dafür, dass die Erwärmung der vergangenen 250 Jahre nicht durch Veränderungen auf der Sonne ausgelöst wurde. Diese Schlussfolgerung ist im Nachhinein betrachtet nicht allzu überraschend: Wir haben aus Satellitenmessungen gelernt, dass die solare Aktivität die Helligkeit der Sonne kaum verändert.

Wie sicher ist also die Aussage, wonach die Menschheit für die Erwärmung verantwortlich sei? Die Kohlendioxid-Kurve passt besser zur gemessenen Erwärmung als jede andere, die wir ausprobiert haben. Ihre Größenordnung steht im Einklang mit dem errechneten Treibhauseffekt - also der zusätzlichen Erwärmung durch Wärmestrahlung, die der Atmosphäre nicht entkommen kann. Diese Tatsachen beweisen keine Kausalität, und sie sollten Skepsis nicht beenden, aber sie heben die Hürde an: Um ernsthaft geprüft zu werden, muss eine alternative Erklärung mindestens so gut zu den Daten passen, wie es bei Kohlendioxid der Fall ist.

Wenn wir noch Methan, ein weiteres Treibhausgas, zu unserer Analyse hinzunehmen, ändert sich das Ergebnis nicht. Außerdem beruht unsere Auswertung nicht auf den komplexen globalen Klimamodellen, also den gewaltigen Computerprogrammen, die für ihre verborgenen Annahmen und anpassungsfähigen Parameter berüchtigt sind. Unsere Aussage stützt sich nur auf die enge Übereinstimmung der beobachteten Temperaturzunahme mit dem bekannten Anstieg von Treibhausgasen.