Kaffee und die Umwelt Auf die Bohnen kommt es an

Plastik- oder Aluminiumkapseln, Einsatz von Maschinen, Dünger und Pestiziden, Öko-Kaffee oder Bohnen aus konventioneller Landwirtschaft: Am Ende entscheidet die Anbaumethode über die Ökobilanz von Kaffee-Kapseln.

Von Christian Weber

Am Ende kommt es stark darauf an, was drin ist: So lautet das Ergebnis einer Ökobilanz verschiedener Kaffeezubereitungsarten, die Roland Hischier von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St. Gallen erstellt hat. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie stark die beliebten Kaffee-Kapseln die Umwelt belasten.

Vor allem die landwirtschaftlichen Methoden beim Kaffeeanbau entscheiden über die Gesamt-Ökobilanz.

(Foto: AFP)

Der Forscher identifizierte und wog die Bestandteile verschiedener Kapselsysteme und summierte dann den für die Herstellung benötigten Energie- und Materialverbrauch.

Diese Ergebnisse verglich er mit den einschlägigen Umweltdaten für die Kaffeeproduktion. Dabei ergab sich, dass vor allem die landwirtschaftlichen Methoden beim Kaffeeanbau über die Gesamtbilanz entscheiden:

Je nach Einsatz von Maschinen, Dünger und Pestiziden können die Bohnen zwischen ein und 70 Prozent der Umweltbelastung einer Tasse Kaffee ausmachen. Unter dem Strich ergab sich, dass eine mit Öko-Kaffee gefüllte Kapsel besser abschneiden kann als ein herkömmlicher Filterkaffee aus belastender Produktion.

Dies gilt insbesondere dann, wenn die Kapseln aus Aluminium bestehen, das auch tatsächlich recycelt wird. Plastikkapseln hingegen haben schlechtere Umweltwerte.

All das ändert nichts an der Tatsache, dass es am besten für die Umwelt wäre, einen mit nachhaltigen Methoden gewonnenen Kaffee mit der herkömmlichen Filtermethode in der Kanne oder mit einer Caffeteria zuzubereiten - und dann auch ganz auszutrinken.