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Invasive Arten:Migranten mit Biss

(Foto: Joe Wasilewski/AP)

In den Everglades in Florida haben sich mindestens zwei Nilkrokodile häuslich eingerichtet. Die Tiere werden meterlang und greifen auch Menschen an.

Von Kathrin Zinkant

Spätestens seit dem Auftritt von Hausalligator Elvis in "Miami Vice" ist klar, dass die Menschen im US-Bundesstaat Florida ein sehr inniges Verhältnis zur Ordnung der Crocodylia pflegen. Vielleicht wandern deshalb immer neue Krokodil-Arten in die Everglades ein. Jüngster Zuwachs: das Nilkrokodil aus Afrika. Forscher von der University of Florida haben mithilfe genetischer Tests gezeigt, dass mindestens zwei Exemplare dieser beängstigenden Spezies es sich in den Feuchtgebieten gemütlich gemacht haben, eines davon zeigt das Bild. Nilkrokodile werden bis zu sechs Meter lang und erlegen mit einem beherzten Biss selbst Rinder. Ein drittes Tier konnte nicht exakt bestimmt werden, gehört aber vermutlich ebenfalls zu der sonst nur in Afrika beheimateten Art. Die Forscher vermuten, dass in Florida noch mehr Nilkrokodile unterwegs sind und mahnen zur Vorsicht. Anders als heimische Krokodile verspeist die afrikanische Art auch Menschen. Unklar bleibt, wie es die Tiere in die Everglades geschafft haben. "Aus Afrika herübergeschwommen sind sie nicht", sagte einer der beteiligten Forscher in den Medien. Wahrscheinlicher ist, dass sie aus Tierparks oder illegaler Haltung entwischten.

© SZ vom 23.05.2016

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