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Invasive Arten:Abstand halten!

(Foto: imago)

Giftige Feuerfische fühlen sich im Mittelmeer immer wohler. Innerhalb eines Jahrs haben sie fast die gesamte Südostküste Zyperns erobert. Sind sie irgendwie zu stoppen?

Von Tina Baier

Wer beim Baden oder Tauchen diesem Tier begegnet, sollte möglichst Abstand halten. Die giftigen Feuerfische sind zwar nicht aggressiv, aber auch nicht scheu - auf Taucher schwimmen sie manchmal direkt zu. Neuerdings sind die Fische, die normalerweise im Roten Meer und im Indischen Ozean vorkommen, immer öfter im Mittelmeer anzutreffen, berichten Meeresbiologen in der Fachzeitschrift Marine Biodiversity Records. Die exotischen Tiere fühlen sich dort aufgrund des Klimawandels und der damit verbundenen steigenden Wassertemperaturen offenbar immer wohler. Innerhalb nur eines Jahres haben sie fast die gesamte Südostküste Zyperns besiedelt. Feuerfische sind äußerst gefräßig, haben aber selbst kaum Feinde, weil alle die giftigen Stacheln ihrer Flossen fürchten. Für Menschen ist ihr Stich zwar nicht tödlich, aber äußerst schmerzhaft. Das Gift verursacht unter anderem Muskelzuckungen, Bewusstseinsstörungen und Angstzustände. Es dient aber ausschließlich der Verteidigung; ihre Beute treiben Feuerfische mit gespreizten Brustflossen in die Enge, dann öffnen sie das Maul und saugen ihre Opfer ein. Manchmal fordern Feuerfische andere Arten zum gemeinsamen Jagen auf und teilen die Beute dann gerecht auf.

© SZ vom 29.06.2016

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