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Heimliche Gewinner der Tierwelt:Schützenkönig der Fische

Schützenfisch

Exakter Wasserspucker: der Schützenfisch jagt mit einem gezielten Wasserstrahl seine Beute

(Foto: dpa)

Er schießt seine Opfer mit einem Wasserstrahl von Blättern und Zweigen: Der Schützenfisch verfügt über tödliche Präzision. Bis zu zwei Meter weit trifft seine Jagdwaffe. Damit hat er sich einen Platz unter den heimlichen Gewinnern der Tierwelt verdient.

Der Name Schützenfisch ist nichts als Understatement. Die Tiere hätten es verdient, den Titel Schützenkönigsfisch zu tragen. Ihre Treffsicherheit ist ohne Vergleich - unter den anderen Fischen der Mangroven Südostasiens sowieso. Die Tiere jagen Insekten, Käfer und sogar kleine Eidechsen, die zum Beispiel auf Zweigen oder Blättern über der Wasseroberfläche hocken.

Unten im Wasser nehmen die Schützenfische ihre Beute ins Visier, beachten die Brechung des Lichts an der Wasseroberfläche und passen die Menge des verschossenen Wassers exakt auf Distanz und Opfer an. Bis zu zwei Meter weit können die Tiere ihren Wasserstrahl verschießen.

Forscher um Stefan Schuster von der Universität Bayreuth berichten nun von einem weiteren Detail der Schützenkunst der Fische (Current Biology, Bd. 24, S. 11 350, 2014): Die Tiere sorgen dafür, dass sich das Wasser am Ende ihres Strahls zu einem wuchtigen Tropfen konzentriert - und zwar stets kurz bevor ihre Opfer getroffen werden. So verstärken sie die Wucht ihres Schusses und erhöhen ihr Jagdglück. Diese hydrodynamische Hochleistung erzielen sie, indem sie einen Teil ihres Mundes modulieren.

In der Serie "Heimliche Gewinner" stellen SZ-Autoren in loser Folge Lebewesen mit erstaunlichen Fähigkeiten vor. In der Wirtschaftswelt bezeichnet der Begriff "Hidden Champions" Firmen, die in einem hochspezialisierten Markt äußerst erfolgreich sind, die aber kaum jemand wahrnimmt. Solche unbekannten Sieger kennen die Ökosysteme schon seit Millionen von Jahren.