Felssturz Gewaltiger Felssturz in den Dolomiten

Dolomiten in Südtirol

(Foto: Björn Groß / CC-By-ND 2.0)

Bis zu eine Million Kubikmeter Geröll sind in Südtirol ins Tal gestürzt. Ein Bergführer hat eine der Lawinen gefilmt.

Massive Bergstürze in den Dolomiten haben einen stark frequentierten Abschnitt in der italienischen Gebirgskette unpassierbar gemacht. Bis zu eine Million Kubikmeter Gestein sind nach Angaben des Tourismusbüros Pragser Tal an der 2860 Meter hohen Kleinen Gaisl (auf Italienisch: Piccola Croda Rossa) abgebrochen.

Die Serie von Felsstürzen ereignete sich bereits Ende der vergangenen Woche. Teile des Wegs zwischen Rossalm und Stolla Alm sind dabei komplett verschüttet worden, wie das Tourismusbüro des Ortes Prags im Hochpustertal der Süddeutschen Zeitung bestätigte. Der Weg bleibe für längere Zeit gesperrt.

Im Gipfelbereich des Bergs öffnete sich vergangene Woche ein etwa 200 Meter langer Spalt, nachdem sich in den Wochen zuvor schon Risse gezeigt hatten und es zu kleineren Geröllbewegungen gekommen war. Allein beim größten Absturz in der Nacht zum Samstag gingen zwischen 600 000 und 700 000 Kubikmeter nieder.

"Geologen gehen derzeit davon aus, dass es noch weitere kleinere Erdrutsche geben könnte", sagte eine Sprecherin der Tourismusbehörde. Als Ursache für die Gerölllawinen vermuten die Behörden Veränderungen im Permafrostboden. Zudem habe es in den vergangenen Wochen stark geregnet, dadurch sei die Geröllmasse vermutlich in Bewegung geraten.

Der Bergführer Roman Valenti hat einen der Bergstürze am Donnerstag aufgezeichnet. Kurz nach Minute 6:45 ist in dem Film eine gewaltige Gerölllawine zu sehen. Da die Behörden die Risse rechtzeitig bemerkt hatten, war der Bereich zum Zeitpunkt des Unglücks schon großflächig abgesperrt.