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Ehec: Suche nach Infektionsquelle:Mangelnde Koordination?

Wie aber sieht es mit dem offenbar unzureichend koordinierten Nebeneinander der Länder, Ministerien, Ämter und Behörden, Kliniken und Gesundheitsämter aus, das keine klare Linie erkennen lasse, wie es etwa Thomas Oppermann (SPD) bemängelte?

Dass etwa die Gesundheitsämter in den Ländern und Städten selbst Patienten befragen, hält Rico Schmidt von der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz für sinnvoll. "Darin haben die Gesundheitsämter Erfahrungen. Das RKI stellt die Bögen, und die Meldungen und Zahlen laufen dort zusammen. Da ist doch vieles koordiniert." Aber auch vieles unkoordiniert?

Vielleicht wurde die Epidemie zu Beginn unterschätzt, weil die einzelnen Länder die Fälle für sich gezählt hatten. Vielleicht wurden zu wenige Kräfte zu spät eingesetzt, um Patienten zu befragen, Proben zu nehmen, zu analysieren und Lieferwege zu prüfen. Vielleicht verfügen die Institute und Behörden auch einfach über zu wenige Experten.

Und es wäre vermutlich von Vorteil, wenn der Kampf gegen die Keime tatsächlich noch stärker von einer Institution koordiniert würde. Gerade hier würde sich das Robert-Koch-Institut in Berlin anbieten. Schließlich ist es "die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention", wie es auf der Seite des Instituts heißt.

Bleibt zu hoffen, dass die Erfahrungen des Ehec-Ausbruchs helfen, sich auf die nächste Epidemie besser vorzubereiten. Denn die kommt bestimmt.