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Biologie:Serotoninmangel lässt Mäusemütter versagen

Mäuse, die zu wenig Glückshormone im Gehirn haben, vernachlässigen ihren Nachwuchs so, dass er kaum lebensfähig ist.

Zu wenig Glückshormone im Gehirn lassen Mäusemütter zu Rabenmüttern werden. Forscher des Max-Delbrück-Centrums in Berlin fanden heraus, dass ein Mangel an dem als Glückshormon geltenden Serotonin das Wachstum von Mäusen schon gleich nach der Geburt verzögert und sie im späteren Leben schlechte Mütter werden. Für das pure Überleben sei das Serotonin jedoch nicht entscheidend, stellte das Team um Natalia Alenina fest, das in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS; Bd. 106, S. 10332) über seine Untersuchungen berichtet.

Außerdem bestätigten die Forscher, dass es zwei strikt getrennte Wege der Serotoninproduktion gibt: Ein Gen kodiert die Bildung von Serotonin im Gehirn, ein anderes die Produktion des Hormons im Körper.

Nachdem die Forscher das Gen Tph2 ausgeschaltet hatten, bildeten die Tiere so gut wie kein Serotonin im Gehirn. Dennoch waren die Mäuse lebensfähig, und die Hälfte von ihnen erreichte das Erwachsenenalter. Sie brauchten aber mehr Schlaf, hatten veränderten Atem und Blutdruck. Die Mäuseweibchen konnten zwar Nachwuchs bekommen und produzierten auch genügend Milch. Sie vernachlässigten die Mäusebabys aber so, dass sie kaum lebensfähig waren.