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Astronomie:Kawumm!

Nicht nur der Tod, auch die Geburt von Sternen kann von heftigen Explosionen begleitet werden.

Von Marlene Weiß

Das Bild sieht aus wie eine Explosion in einem Superheldencomic, fehlt nur der Muskelmann und das "Kawumm!". Tatsächlich aber ist es eine reale - wenn auch stark bearbeitete - Aufnahme aus dem All. Sie zeigt Gasströme, welche sich von einem Zentrum entfernen; die schnellsten sind blau, die langsamsten rot eingefärbt.

Entstanden ist das Bild mithilfe des Alma-Radioteleskops in der chilenischen Atacama-Wüste. Es zeigt die Folgen einer kosmischen Explosion, die sich in rund 1350 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Orion ereignet hat. Das erste Licht dürfte schon vor 500 Jahren die Erde erreicht haben. Jetzt ist es Astronomen um John Bally von der University of Colorado gelungen, in das Innere der Explosionswolke hineinzuschauen (Astrophysical Journal).

Auslöser des kosmischen Feuerwerks war demnach offenbar eine heftige Sternen-Geburt: Gas- und Staubwolken, die dabei waren, sich zu Jungsternen zu verdichten, sind miteinander kollidiert, woraufhin Materie mit bis zu 150 Kilometern pro Sekunde ins All geschleudert wurde. Dabei wurde etwa so viel Energie frei, wie die Sonne in zehn Millionen Jahren abgibt.

Sternengeburt im Bild Orion

(Foto: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), J. Bally; B. Saxton (NRAO/AUI/NSF); Gemini Observatory/AURA)
© SZ vom 11.04.2017
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