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Amelia Earhart zum 115. Geburtstag:Flieg, Google, flieg!

Amelia Earhart war nicht nur Pionierin der Luftfahrt, sondern auch Stilikone und Frauenrechtlerin. Seit nunmehr 75 Jahren ist sie verschollen. Zu ihrem 115. Geburtstag widmet ihr Google nun ein eigenes Doodle.

Carolin Gasteiger

Schlichter hätte ein Google Doodle zu ihrem 115. Geburtstag nicht ausfallen können. Mit einem simplen Flugzeug ehrt Google am Dienstag die US-amerikanische Fliegerin Amelia Earhart.

Amelia Earhart mit Kapitän Railey

Amelia Earhart 1928 mit Kapitän Railey auf dem Dach des Londoner Hilton Hotels.

(Foto: Getty Images)

Schon als kleines Kind verhielt sich Earhart ungewöhnlich für ein Mädchen. Sie kletterte gern auf Bäume und sammelte Zeitungsartikel, in denen es um Frauen in Männerberufen ging. Ein Omen? Nach einem abgebrochenen Medizinstudium galt ihre ganze Leidenschaft bald dem Fliegen. Und der frönte sie bis 1937, als sie zu einem ihrer größten Abenteuer aufbrach, von dem sie nicht zurückkehren sollte. Denn Earhart ist seit 2. Juli 1937 verschollen. Damals war sie mit ihrem Navigator Fred Noonan auf einem Flug um die Welt offenbar über einer Pazifikinsel abgestürzt.

Ihren Status als Pionierin der Luftfahrt erlangte Amelia Earhart 1928, als sie in einem 20-stündigen Flug als erste Frau in einem Flugzeug den Atlantik überquerte. Sie wäre damals gern selbst am Steuerknüppel gesessen, flog jedoch zunächst nur als Passagierin mit. Immer noch eine Sensation für die damalige Zeit, und einer der zehn Weltrekorde, die Earhart aufstellte. Und sie ließ nicht locker. Fünf Jahre nach Charles Lindbergh überquerte sie 1932 den Atlantik im Alleinflug - am Steuer, nicht als Passagier. Drei Jahre später überflog sie schließlich auch einen Teil des Pazifischen Ozeans im Alleingang. Ihr Ziel, als erster Mensch die Erde entlang des Äquators zu umrunden, konnte sie kurz vor ihrem 40. Geburtstag jedoch nicht verwirklichen. Der Funkkontakt zu ihrem Flugzeug, einer Lockheed 10 Electra, brach am 2. Juli kurz vor der Howlandinsel ab.

An einer der größten Suchaktionen in der Geschichte der Luftfahrt beteiligten sich 64 Flugzeuge und acht Kriegsschiffe. Vergeblich. Die Suche wurde am 19. Juli schließlich eingestellt, zwei Jahre später wurde sie für tot erklärt. Zu ihren Ehren wurde auf der Howlandinsel ein Leuchtturm namens Amelia Earhart Light errichtet.

Aber nicht nur ihr mysteriöses Verschwinden bescherte Earhart Legendenstatus. Sie engagierte sich zeitlebens für das Frauenrecht, inspirierte mit ihrer Androgynität Modeschöpfer wie Jean Paul Gaultier und ist Idol für Abenteurer und Luftfahrt. Die US-Filmemacherin Mira Nair widmete der Fliegerin schließlich den Kinofilm "Amelia", in dem Hilary Swank die Titelrolle übernahm.

So simpel das Flugzeug auf Google auch erscheinen mag, es symbolisiert doch Amelia Earharts stetes Streben: Sie wollte eben immer hoch hinaus.

© Süddeutsche.de/cag/goro

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