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Afrikanische Schweinepest:Südkorea stoppt Import von deutschem Schweinefleisch

Pressekonferenz der Bundesministerin zum Ausbruch der afrikanischen Schweinepest im Bundesministerium fuer Ernaerhung un

Pressekonferenz der Bundesministerin zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Auch der Handel mit China dürfte weitgehend wegfallen. Angesichts des ersten Falls der Tierseuche in Deutschland kritisieren Umweltschützer das Landwirtschaftsministerium.

Nach dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland hat Südkorea die Einfuhr von Schweinefleisch aus der Bundesrepublik gestoppt. Das Verbot gelte für Produkte, die von Donnerstag an ausgeliefert würden, teilte das südkoreanische Landwirtschaftsministerium mit. Schweinefleisch, das bereits aus Deutschland eingetroffen sei, werde vom Zoll gründlich untersucht.

Auf deutsche Produkte entfielen den Angaben zufolge mehr als 420 000 Tonnen oder 18 Prozent der Schweinefleischimporte im vergangenen Jahr. In Südkorea selbst hatten die Behörden im vergangenen Jahr den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gemeldet. Daraufhin hatten sie damit begonnen, Tausende von Tieren zu töten. Die Krankheit war nahe der Grenze zu Nordkorea aufgetreten.

Die Virusinfektion ist für Menschen ungefährlich, aber meist tödlich für Schweine. Eine Impfung dagegen ist nicht möglich. In Deutschland wurde die Tierseuche erstmals bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen nachgewiesen, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Landwirtschaft muss sich auf weitere wirtschaftliche Folgen einstellen. Dem Ministerium zufolge dürfte auch der Handel etwa mit China weitgehend wegfallen. Man sei aber in Kontakt mit mehreren Nicht-EU-Staaten, um ebenfalls nur regional für Deutschland geltende Beschränkungen zu vereinbaren. Klöckner betonte, dass der Handel mit Schweinen und Schweinefleisch innerhalb der EU weitgehend aufrechterhalten werden könne - von Einschränkungen betroffen wären nicht Betriebe in ganz Deutschland, sondern nur aus dem konkreten Gebiet.

Angesichts der Entwicklung äußern Umweltschützer Kritik am Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Umweltorganisation Greenpeace sieht in dem drohenden wirtschaftlichen Schaden eine Folge falscher Politik - vor allem des massiven Ausbaus der Intensivtierhaltung, um Billigfleisch für Exporte zu produzieren.

Die Grünen warnten vor einem höherem Seuchenrisiko in Regionen mit intensiver Schweinehaltung. Klöckner müsse Antworten geben, wie eine Dezentralisierung und Entzerrung der Schweinehaltung und der Schlachtung erreicht werden könne.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sagte: "Schweinefleisch kann weiter bedenkenlos verzehrt werden. Dennoch machen wir uns große Sorgen." Schweinehalter hätten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Vorsorge müsse aber verstärkt werden. Um die Seuche einzudämmen, brauche es eine wildschweinfreie Zone an der polnischen Grenze.

© SZ.de/dpa/jsa
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