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Zwischen den Zahlen:Fettes Versprechen

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Da weiß man, was man hat: Manche Produkte verschleiern ihren Inhalt. Hier ist alles klar.

(Foto: Torsten Schon/imago images)

Manche Produkte sehen gesund aus, sind es aber nicht. Dann doch lieber gleich mit Zucker prahlen.

Von Valentin Dornis

Wer alles ernst nimmt, was die Werbung verspricht, der ist nun wirklich selbst schuld. Doch trickreiches Vermarkten ist eine Kunst, und manchmal fällt selbst der aufgeklärte Kunde darauf herein. Deshalb versuchen die Aktivisten von Foodwatch, mit ihrem Negativ-Preis "Goldener Windbeutel" auf besonders dreiste Werbeversprechen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr haben es die nominierten Hersteller allesamt auf das gute Gewissen der Kunden abgesehen: Artgerechte Tierhaltung, Klimaschutz, ein gesunder Lebensstil sind die Versprechen. Dass im Rooibos-Teegetränk, das auf der Liste steht, tatsächlich nur 0,26 Prozent Tee enthalten sind, ist noch verkraftbar. Dass aber ein Riegel als Proteinquelle für einen sportlichen Lebensstil dienen soll, der laut Foodwatch zur Hälfte aus Fett und Zucker besteht? Fragwürdig.

Da ist man als Verbraucher doch froh, wenn die Firmen statt falscher Gesundheitsversprechen offen und ehrlich das ganze Elend ihrer Produkte zur Schau stellen. Wie die Frittierhähnchen-Kette Kentucky Fried Chicken, die in den USA das "Chicken Donut Sandwich" eingeführt hat. Die Kette zeigt schonungslos, was Sache ist: Knusprig-herzhaft ummantelte Hähnchenfilets liegen da eingeklemmt zwischen zwei ganzen (!), mit zuckriger Vanilleglasur bestrichenen Donuts. Zwar können süß und salzig durchaus eine reizvolle Kombination ergeben. Aber kein Hochglanz-Werbefoto dieser Welt kann darüber hinwegtäuschen, dass das Chicken Donut Sandwich eher brachial mit Kalorien klotzt als mit einer sanft austarierten Süß-Salzig-Balance.

Die Verwegenheit, völlig unterschiedliche Produkte zu kombinieren, scheint ohnehin kaum noch Grenzen zu kennen. Beispielhaft etwa der Energydrink mit Wurstgeschmack der Marke Cue, einst als "Energydrink-Sensation mit pikanten Currywurst-Aromen" angepriesen. Oder die Schmelzkäsezubereitung von Bayernland, die es lange in der Geschmacksrichtung Schmelzkäse-Schinken gab. Klar, manche belegen ihr Brot ja auch doppellagig mit Schinken auf einer Scheibe Käse - warum dann nicht gleich beides zu einer fettig-cremigen Masse mixen? Der Hersteller betont auf Nachfrage allerdings, dass der Schmelzkäse mit Schinkengeschmack inzwischen nicht mehr im Sortiment sei. Warum, kann die Sprecherin nicht so genau sagen. Sie könne sich aber vorstellen, sagt sie, dass es "mit der Entwicklung der Nachfrage zu tun hat".

© SZ vom 14.08.2020

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