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Zugverkehr:Bahn kündigt "moderate" Preiserhöhung an

  • Bahnfahren wird zum Fahrplanwechsel im Dezember teurer: Die Deutsche Bahn kündigt einen "moderaten" Anstieg der Preise an.
  • Die Pünktlichkeit will der Staatskonzern durch eine stärkere Digitalisierung des Streckennetzes verbessern. Im bisherigen Jahresverlauf waren nur 76 Prozent der Züge rechtzeitig am Ziel.

Die Deutsche Bahn wird ihre Ticketpreise auch in diesem Jahr erhöhen. Vorstandschef Richard Lutz kündigte für Dezember einen "moderaten" Anstieg der Tarife an. "Wir wollen mit unserer Preispolitik Wachstum und Auslastung unterstützen", sagte er der Funke Mediengruppe. Der Anstieg werde deutlich unterhalb der Inflationsrate liegen. Diese liegt derzeit bei rund zwei Prozent.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Staatskonzern die Preise angehoben. Tickets in der zweiten Klasse verteuerten sich durchschnittlich 1,9 Prozent, in der ersten Klasse stiegen die Preise um 2,9 Prozent.

Die Pünktlichkeit der Züge will Lutz vor allem durch eine stärkere Digitalisierung des Streckennetzes verbessern. "Der Schlüssel für eine gute Betriebsqualität und Pünktlichkeit ist die Kapazität", sagte er. Zuletzt hatte die Bahn ihr Pünklichkeitsziel deutlich verfehlt. Dem Bahn-Chef zufolge waren im bisherigen Jahresdurchschnitt etwa 76 Prozent der Züge schnell genug am Ziel. "Die Pünktlichkeit ist noch nicht dort, wo wir sie uns wünschen", sagte Lutz.

Beim Personal wird sich das Unternehmen weiter verjüngen. Die Bahn wolle auch im kommenden Jahr mindestens 15 000 neue Mitarbeiter einstellen, sagte Lutz. In diesem Jahr würden es sogar mindestens 19.000 sein. Trotz des fortschreitenden autonomen Fahrens in den nächsten Jahren würden auch Lokführer "unbedingt weiter gebraucht", sagte Lutz. "Es wird noch ziemlich lange bis zu einem fahrerlosen Betrieb auf unseren Schienen dauern."

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